Klassifikation nach Johnson
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LoslegenSynonyme: Ulkuseinteilung nach Johnson, Johnson-Klassifiaktion
Englisch: Johnson classification of gastric ulcer
Definition
Die Klassifikation nach Johnson ist ein gastroenterologisches Einteilungssystem für das Ulcus ventriculi. Sie unterscheidet drei Ulkustypen anhand ihrer anatomischen Lokalisation und der zugrundeliegenden Magensäuresekretion und ist damit therapierelevant.
Einteilung
| Typ | Lokalisation | Magensäuresekretion | Besonderheit | Therapieansatz |
|---|---|---|---|---|
| I | Kleine Kurvatur, im Bereich des Korpus | normal bis erniedrigt (subazid) | häufigster Typ; Pathogenese primär mukosal, nicht säurebedingt | Schleimhautprotektion, Helicobacter-pylori-Eradikation, Absetzen von NSAR |
| II | Korpus-Ulcus kombiniert mit Ulcus duodeni | normal bis hyperazid | Kombinationsform | Säuresuppression (z.B. Protonenpumpenhemmer) |
| III | Präpylorisches Antrum | normal bis hyperazid | Pathophysiologie ähnlich dem Ulcus duodeni | Säuresuppression (z.B. Protonenpumpenhemmer) |
Einige Autoren ergänzen die Klassifikation um Typ IV (kardianahes Ulkus) und Typ V (medikamentös-toxisch induziert, z.B. durch NSAR, unabhängig von der Lokalisation).
Klinische Bedeutung
Die Zuordnung zum Johnson-Typ beeinflusst die Therapie:
- Typ I: Fokus auf Schleimhautprotektion, Helicobacter-pylori-Eradikation und Absetzen von NSAR
- Typ II/III: konsequente Säuresuppression, z. B. mittels Protonenpumpenhemmer
Operative Verfahren sind durch die effektive Pharmakotherapie selten geworden, kommen aber bei rezidivierenden oder therapierefraktären Ulzera weiterhin zum Einsatz. Der Johnson-Typ bestimmt dabei das Vorgehen, z. B. eine sparsame Magenresektion bei Typ I oder eine zusätzliche Vagotomie bei den säurehypersekretorischen Typen II und III.