Hunter-Toxizitätkriterien
Englisch: hunter-criteria
Definition
Die Hunter-Toxizitätkriterien sind ein klinisches Diagnoseinstrument zur Identifikation des Serotoninsyndroms.
Hintergrund
Die Kriterien wurden 2003 von Hunter und Boyer entwickelt und gelten heute als das valideste und am einfachsten anwendbare Kriterienset zur Diagnose des Serotoninsyndroms. Sie sind erfüllt, wenn eine serotonerge Substanz eingenommen wurde und mindestens eines der folgenden klinischen Zeichen vorliegt:
- spontaner Myoklonus
- induzierbarer Myoklonus mit Unruhe oder Schwitzen
- okulärer Klonus mit Unruhe und Schwitzen
- Tremor und Hyperreflexie
- Hypertonie und Körpertemperatur über 38 °C, mit okulärem oder induzierbarem Klonus
Hunter et al. validierten die Kriterien 2003 prospektiv an einem Kollektiv von Patienten mit gesicherter serotonerger Exposition und verglichen sie mit den Sternbach-Kriterien sowie der Einschätzung eines Toxikologen als Referenzstandard. Die Hunter-Kriterien erzielten dabei eine Sensitivität von 84 %, Spezifität von 97 % und einen positiv prädiktiven Wert von 92 %.
Literatur
- Hunter JC, Boyer EW, et al. (2003): The serotonin syndrome. New England Journal of Medicine 348(11): 1046–1051.