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Hautuntersuchung (Veterinärmedizin)

1 Definition

Die Hautuntersuchung ist ein tierärztliches Untersuchungsverfahren, das in verschiedenen Zusammenhängen angewendet wird. Sie dient der Diagnostik von primären Hauterkrankungen oder auch der Differentialdiagnostik anderer Krankheiten.

2 Hintergrund

Die Haut, bestehend aus Epidermis, Dermis und Cutis, bedeckt den gesamten Körper eines Tieres und dient mit Haaren, Talgdrüsen, Nervenendigungen, Schweißdrüsen und anderen kutanen Einrichten dem allgemeinen Schutz des Tieres, der Thermoregulation und der Umweltwahrnehmung.

Man unterscheidet bei der Untersuchung der Haut drei wesentliche Techniken: Oberflächliches Präparat, tiefes Präparat und Abklatschpräparat.

3 Indikationen

4 Techniken

4.1 Oberflächliches Hautgeschabsel

Vorbereitung

  • Arbeitsmaterialien: Objektträger, Skalpellklinge, Paraffinöl, Deckgläschen, Schermaschine/Schere, Papiertücher, Hautdesinfektionsmittel
  • Es werden die Arbeitsmaterialien gerichtet, außer Reichweite des Patienten in Reihe sortiert zur praktischen und schnellen Durchführung. Je nach Situation muss der Patient sediert werden.

Durchführung

  • Fell wird gekürzt, abgeschert, bei langhaarigen Tieren wird zuvor auf 1 cm mit einer Schere gekürzt
  • Rasiererverwendung wird meist vermieden aufgrund der zusätzlichen Hautirritationsverursachung und Mikroläsionen
  • Anschließend erfolgt eine Aufgabe von 1 bis 2 Tropfen Paraffinöl auf die Hautstelle
  • Das Schaben erfolgt mit der zurecht gelegten Skalpellklinge. Durch mäßigen Druck wird das Öl in Haarwuchsrichtung mit dabei senkrecht zur Haut geführten Skalpellklinge gezogen.
  • Das Öl wird aufgenommen inklusive des darin gewonnenen Materials und auf den Objektträger gestrichen (Butterbrottechnik)
  • Anschließend wird das Deckgläschen aufgelegt und unter Mikroskop betrachtet
  • Ergebnisgewinnung und Beurteilung

4.2 Tiefes Hautgeschabsel

Vorbereitung

  • Arbeitsmaterialien: Entsprechend des oberflächlichen Hautgeschabsel

Durchführung

  • Vorgehensweise bis Aufsetzen der Klinge wie beim oberflächlichen H.
  • Vor und während der Entnahme der Haut mehrfach zwischen Zeigefinger und Daumen der linken Hand quetschen und zusammendrücken.
  • Das Schaben erfolgt in diesem Falle solange bis eine kapilläre Blutung auftritt.
  • Butterbrottechnik, Deckgläschen-Auflage
  • Beurteilung unter dem Mikroskop

4.3 Abklatschpräparat

Vorbereitung

  • Arbeitsmaterialien: Objektträger, Färbemittel (z.B Diff-Quick)

Durchführung

  • Hautareal wird geschoren
  • Objektträger wird wiederholt direkt auf das veränderte oder diagnostisch relevante Hautareal aufgedrückt, leicht geschoben
  • Anschließend erfolgt eine Färbung mit handelsüblichen Schnellfärbemethoden.

5 Behandlungsmethoden

Anschließende Behandlungsmethoden zielen auf die Bekämpfung der Ursachen inklusive der Regerenation der Haut ab , z.B. eine fetthaltige Cortisonsalbe (entzündungshemmend).

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