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Guedel-Tubus

1 Definition

Der Guedel-Tubus ist ein Rachentubus (Oropharyngealtubus), der dazu dient, bei Bewusstlosen das Zurückfallen der Zunge und damit die Verlegung der Atemwege zu verhindern. Er wird u.a. bei der Maskenbeatmung eingesetzt.

siehe auch: Wendl-Tubus

2 Form

Vergleich von Guedel- und Wendl-Tubus

Der Guedel-Tubus ist flexiblel und in der Seitenansicht bogenförmig. Er besitzt frontal eine Abschlussplatte und einen Beißblock und ist distal atraumatisch abgerundet. Die Biegung ist der Anatomie der Zunge angepasst.

3 Größen

Guedel-Tuben
  • Erwachsene und Kinder: Größen 5, 4, 3, 2
  • Kleinkinder: Größe 1
  • Neugeborene: Größen 0, 00, 000

4 Anwendung

Das Einsetzen des Tubus ist relativ einfach durchführbar und kann schnell erlernt werden.

Der Tubus wird mit der dünnen Öffnung nach vorne vorerst umgekehrt in den Mund eingeführt. Sobald das breite Endstück an den Lippen anliegt, wird der Tubus um 180 Grad gedreht, so, dass die dünne Öffnung nun logischerweise Richtung Trachea zeigt.

Moin, ein wesentlicher Nachteil ist, dass der Guedel-Tubus bei nicht tief narkotisierten oder bewusstlosen Patienten zu Würgen und Erbrechen führen kann, da er direkt die Uvula passiert. Dem gegenüber passiert der Wendl-Tubus den Rachen hinter der Uvuila, Würghen und Erbrechen ist deshalb wesentlich seltener, dafür Schleimhautblutungen häufiger, vor allem unter Antikoagulation. Bei Reanimationen, Narkoseeinleitungen etc. passt also der Guedel-, bei Narkoseausleitungen oder nicht tief Bewusstlosen (z. B. Alkoholintox) der Wendl-Tubus.
#1 am 16.09.2016 von Christian Fortner (Arzt)

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