Filmdosimeter
Englisch: film badge dosimeter
Definition
Ein Filmdosimeter ist ein passives Dosimeter zur Messung ionisierender Strahlung, bei dem die absorbierte Strahlendosis über die strahlungsinduzierte Schwärzung eines fotografischen Films bestimmt wird.
Physikalischer Hintergrund
Filmdosimeter basieren auf der photochemischen Wirkung ionisierender Strahlung. Trifft Strahlung auf die lichtempfindliche Emulsion eines Films (Silberhalogenidkristalle), werden latente Bildkeime erzeugt. Durch anschließende Entwicklung des Films entsteht ein sichtbares Schwärzungsbild. Die optische Dichte (Schwärzung) ist proportional zur absorbierten Energiedosis.
Funktionsprinzip
- Exposition: Ionisierende Strahlung erzeugt latente Bildkeime im Film.
- Entwicklung: Chemische Entwicklung macht die Schwärzung sichtbar.
- Auswertung: Die optische Dichte wird densitometrisch gemessen und in eine Dosis umgerechnet.
Zur Differenzierung von Strahlenarten und Energien werden häufig Filter (z.B. aus Aluminium, Kupfer oder Kunststoff) eingesetzt.
Eigenschaften
Filmdosimeter liefern eine integrierende Messung über den Expositionszeitraum. Sie zeichnen sich durch folgende Eigenschaften aus:
- einfache und kostengünstige Bauweise
- gute Energie- und Richtungsinformation durch Filtersysteme
- keine Echtzeitmessung (passiver Dosimeter)
- einmalige Auswertung (nicht wiederverwendbar)
- begrenzter Messbereich und Empfindlichkeit
- empfindlich gegenüber Umweltfaktoren (Temperatur, Feuchte, Licht)
Einsatzbereiche
Filmdosimeter wurden lange Zeit zur Überwachung der Personendosis beruflich exponierter Personen eingesetzt. Heute wurden sie weitgehend durch modernere Systeme wie Thermolumineszenz-Dosimeter und OSL-Dosimeter ersetzt.