Fensterung (Computertomographie)
Englisch: windowing, grey-level mapping, contrast stretching, histogram modification
Definition
Als Fensterung wird bei der Computertomographie (CT) die Auswahl bestimmter Anteile der Hounsfield-Skala für die Bilddarstellung bezeichnet. Sie beeinflusst den Kontrast und die Helligkeit der CT-Bilder.
Radiologie
CT-Daten enthalten einen großen Bereich möglicher Hounsfield-Einheiten, der deutlich größer ist als die Zahl der gleichzeitig unterscheidbaren Graustufen für das menschliche Auge. Das Auge kann nur etwa 20 bis 50 Graustufen zuverlässig unterscheiden. Daher wird zur Bilddarstellung nur ein bestimmter Abschnitt der Hounsfield-Skala auf den darstellbaren Grauwertbereich des Monitors abgebildet. Diese Abbildung erfolgt durch zwei Parameter:
- Fensterbreite (W): bestimmt den dargestellten HU-Bereich. Eine größere Fensterbreite reduziert den Bildkontrast.
- Fensterzentrum (C): definiert den mittleren HU-Wert des dargestellten Bereichs und legt damit fest, welche Gewebe im Zentrum der Grauwertdarstellung liegen.
Weiterhin unterscheidet man zwischen einer oberen und unteren Graustufe. Werte über der oberen Graustufe werden nur noch weiß dargestellt. Unterhalb der unteren Graustufe werden die Werte nur noch schwarz dargestellt:
- untere Graustufe = Fensterzentrum - (Fensterbreite/2)
- obere Graustufe = Fensterzentrum + (Fensterbreite/2)
Beispiele
| Fensterart | Fensterzentrum | Fensterbreite |
|---|---|---|
| Gehirnfenster | 40 | 80 |
| Lungenfenster | -600 | 1.500 |
| Knochenfenster | 500 | 2.000 |
| Weichteilfenster | 50 | 350 |
Die optimalen Einstellungen können je nach Gerät, Rekonstruktionsalgorithmus und diagnostischer Fragestellung variieren.
Diagnostische Bedeutung
Die Fensterung beeinflusst maßgeblich die visuelle Beurteilbarkeit von CT-Bildern. Unterschiedliche Gewebe besitzen unterschiedliche typische CT-Zahlen und können daher durch geeignete Fensterungen gezielt dargestellt werden. Eine zu große Fensterbreite führt zu geringem Bildkontrast, wodurch kontrastarme Läsionen schwer erkennbar sein können. Eine sehr kleine Fensterbreite erhöht zwar den Kontrast zwischen ähnlichen CT-Werten, kann jedoch dazu führen, dass andere Gewebe außerhalb des Fensters nur noch schwarz oder weiß erscheinen. Die Fensterung verändert nicht die physikalischen Messdaten der CT, sondern ausschließlich deren visuelle Darstellung.