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Exzitatorisches postsynaptisches Potenzial

von lateinisch: excitare - erregen
Synonym: erregendes postsynaptisches Potential
Englisch: excitatory postsynaptic potential

1 Definition

Ein exzitatorisches postsynaptisches Potenzial, kurz EPSP, entsteht bei Depolarisation der postsynaptischen Membran (PSM). Erregende postsynaptische Potenziale werden im empfangenden Neuron verarbeitet.

2 Physiologie

Ein einzelnes EPSP liegt immer im unterschwelligen Bereich (unter -55 mV). Es entsteht durch eine temporäre Depolarisation der postsynaptischen Membran, die durch den Einstrom positiv geladener Ionen (z.B. Na+) in die postsynaptische Zelle ausgelöst wird. Der Einstrom wird durch die Öffnung von Ionenkanal-Rezeptoren der PSM ermöglicht, die wiederum durch Neurotransmitter im synaptischen Spalt aktiviert werden. Der Neurotransmitter, der am meisten mit EPSPs assoziiert ist, ist die Aminosäure Glutamat.

Reguläre Aktionspotenziale entstehen nach dem "Alles oder nichts"-Prinzip und sind deshalb immer überschwellig. Ihre Dauer ist kurz (1-2 ms). Das EPSP ist hingegen unterschwellig. Deshalb kann erst durch eine räumliche und zeitliche Summation mehrerer EPSPs der Schwellenwert (Schwellenpotential) für ein Aktionspotenzial erreicht werden, was eine längere Dauer in Anspruch nimmt. Das Aktionspotenzial wird dann regulär über das Axon fortgeleitet.

Da auch ohne Erregung der präsynaptischen Zelle in geringem Umfang Vesikel mit Neurotransmittern freigesetzt werden, entstehen ständig zufällige Miniatur-EPSPs (mEPSPs). Ein einzelnes Vesikel steht dabei für die kleinste Transmittermenge ("Quant"), die ausgeschüttet werden kann. Sie löst das an der postsynaptischen Membran das kleinstmögliche EPSP aus.

siehe auch: inhibitorisches postsynaptisches Potenzial (IPSP)

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