Empty Follicle Syndrome
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LoslegenSynonyme: Leere-Follikel-Syndrom, Syndrom der leeren Follikel, Empty-Follicle-Syndrom
Definition
Das Empty Follicle Syndrome, kurz EFS, bezeichnet das vollständige Ausbleiben der Oozytengewinnung im Rahmen einer In-vitro-Fertilisation. Trotz vorausgegangener ovarieller Stimulation, scheinbar normaler Entwicklung mehrerer Ovarialfollikel und angemessener Estradiolspiegel lassen sich keine Oozyten aspirieren.
Hintergrund
Die Definition des Empty Follicle Syndrome ist uneinheitlich. Es besteht kein Konsens darüber, welcher Serum-hCG-Spiegel nach exogener hCG-Gabe als ausreichend für eine adäquate Auslösung der finalen Oozytenreifung gilt. In der Literatur werden etwa 36 Stunden nach Triggerung Schwellenwerte zwischen 5 und 160 IU/l angegeben.
Auch für die Auslösung mittels GnRH-Agonist existieren bislang keine einheitlich definierten Grenzwerte für die LH- oder Progesteronspiegel nach der Triggerung.
Epidemiologie
Die uneinheitliche Definition des EFS spiegelt sich in den stark variierenden Prävalenzangaben wider. Je nach Studie wird eine Prävalenz zwischen 0,045 % und 7 % aller IVF-Zyklen angegeben.
Ätiologie
Die Ätiologie des gEFS ist heterogen und bislang (2026) nicht vollständig verstanden. Für einen Teil der Fälle sind genetische Ursachen beschrieben und durch funktionelle Untersuchungen gestützt. Dazu gehören pathogene Varianten des LHCGR-Gens sowie der Gene ZP1, ZP2 und ZP3, die für Zona-pellucida-Proteine kodieren. Ein genetischer Befund liegt jedoch nicht bei allen Betroffenen vor.
Einteilung
Das EFS wird in ein genuines und ein falsches EFS unterteilt. Die klassische Einteilung beruht auf dem hCG-Spiegel am Tag der Follikelpunktion nach hCG-Triggerung. Bei einer Triggerung mittels GnRH-Agonist muss stattdessen die endogene hormonelle Triggerantwort beurteilt werden.
Genuines EFS (gEFS)
Das genuine EFS bezeichnet das vollständige Ausbleiben der Oozytengewinnung trotz korrekt durchgeführter Auslösung der finalen Oozytenreifung, z.B. mittels hCG oder GnRH-Agonist.
Falsches EFS (fEFS)
Das falsche EFS bezeichnet das vollständige Ausbleiben der Oozytengewinnung infolge einer fehlerhaften oder unzureichenden Auslösung der finalen Oozytenreifung.
Referenzen
- Luo Z, Xu S, Hao G. Risk factors, management, and future fertility of empty follicle syndrome: a retrospective study with real-world data. Front Endocrinol (Lausanne). 2024 Jul 11;15:1424837. doi: 10.3389/fendo.2024.1424837.
- Mesen TB et al.; The prevalence of genuine empty follicle syndrome. Fertil Steril. 2011;96:1375–1377. doi: 10.1016/j.fertnstert.2011.09.047.
- Kummer NE et al; Predicting successful induction of oocyte maturation after gonadotropin-releasing hormone agonist (GnRHa) trigger. Hum Reprod. 2013;28:152–159. doi: 10.1093/humrep/des361.
- Revelli A et al.; Empty follicle syndrome revisited: definition, incidence, aetiology, early diagnosis and treatment. Reprod Biomed Online. 2017;35:132–138. doi: 10.1016/j.rbmo.2017.04.012.
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- Sun L et al.; Novel variants in ZP1, ZP2 and ZP3 associated with empty follicle syndrome and abnormal zona pellucida. Reprod Biomed Online. 2023;46:847–855. doi: 10.1016/j.rbmo.2023.01.010.