Effektive Dosis
SI-Einheit: Sievert (Sv)
Synonym: effektive Äquivalentdosis (obsolet)
Englisch: effective dose
Definition
Die effektive Dosis E ist eine Dosisgröße des Strahlenschutzes, die das Gesamtrisiko stochastischer Strahlenschäden durch eine Strahlenexposition beschreibt. Sie berücksichtigt sowohl die unterschiedliche biologische Wirksamkeit verschiedener Strahlungsarten als auch die unterschiedliche Strahlenempfindlichkeit einzelner Organe und Gewebe.
Hintergrund
Bei einer Strahlenexposition sind verschiedene Organe unterschiedlich empfindlich gegenüber strahlenbedingten Malignomen. Zur Bewertung des Gesamtrisikos wird daher die Äquivalentdosis der einzelnen Organe mit dem jeweiligen Gewebewichtungsfaktor gewichtet. Die Summe dieser gewichteten Organäquivalentdosen ergibt die effektive Dosis. Die Gewebewichtungsfaktoren werden von der International Commission on Radiological Protection (ICRP) festgelegt.
Berechnung
Die effektive Dosis ergibt sich aus:
mit:
- – effektive Dosis
- – Äquivalentdosis des Organs oder Gewebes
- – Gewebewichtungsfaktor
Die Gewebewichtungsfaktoren spiegeln den relativen Beitrag eines Organs zum Gesamtrisiko strahleninduzierter stochastischer Schäden wider.
Die SI-Einheit der effektiven Dosis ist das Sievert (Sv). Da die Gewichtungsfaktoren dimensionslos sind, besitzt die effektive Dosis dieselbe physikalische Dimension wie Energiedosis (in Gray) und Äquivalentdosis (in Sievert).
Bedeutung im Strahlenschutz
Die effektive Dosis dient im Strahlenschutz zur Bewertung und zum Vergleich verschiedener Strahlenexpositionen. Sie wird insbesondere verwendet für:
- die Festlegung von Dosisgrenzwerten
- die Bewertung der Strahlenexposition von beruflich strahlenexponierten Personen und der Bevölkerung
- die Abschätzung strahlenbedingter Gesundheitsrisiken
Für einzelne Patienten besitzt die effektive Dosis jedoch nur eingeschränkte Aussagekraft, da sie auf Referenzmodellen und Bevölkerungsrisiken basiert.