Copenhagen Acromial Curve
Definition
Die Copenhagen Acromial Curve, kurz CAC, ist ein Klassifikationssystem zur Beschreibung der Morphologie des Akromions auf Grundlage seines Krümmungswinkels in der Outlet-View-Röntgenaufnahme der Schulter.
Hintergrund
Verbreitete Klassifikationssysteme zur Beschreibung von Normvarianten der Akromionform (z.B. Bigliani-Klassifikation) weisen eine hohe Interrater-Variabilität auf, da die Form des Akromions teils im Grenzbereich zwischen zwei morphologischen Normvarianten liegt. Außerdem erfolgt die Bildgebung (Röntgen, MRT) in der klinischen Praxis nicht standardisiert, sodass Abweichungen im Aufnahmewinkel zu Unterschieden in ermittelten Winkeln führen können.
Neben dem hohen Grad an Standardisierung liefert die CAC eine metrische Variable, sodass in Verbindung mit klinischen Daten eine evidenzbasierte Bestimmung von exakten Cut-off-Werten möglich wird. Die CAC ist in der klinischen Praxis allerdings aktuell (Stand 2026) noch nicht weit verbreitet.
Messung
Für die Copenhagen Acromial Curve wird eine Aufnahme des Akromions im Outlet-View verwendet und zwei Linien eingezeichnet:
- Linie zwischen dem am weitesten posterior gelegenen Punkt und dem höchsten Punkt der Akromionunterfläche
- Linie zwischen dem am weitesten anterior gelegenen Punkt und dem höchsten Punkt der Akromionunterfläche
Das Winkelmaß zwischen den beiden Linien wird in Grad angegeben.
Interpretation
- Niedriger Winkelwert (0–12°): eher flache Akromionkontur
- Mittlerer Winkelwert (12–27°): mäßig gekrümmte Akromionkontur
- Hoher Winkelwert (> 27°): stärker gekrümmte oder gehakte Akromionkontur