Beaton-und-Anson-Klassifikation
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LoslegenEnglisch: Beaton and Anson classification system, Beaton and Anson classification
Definition
Die Beaton-und-Anson-Klassifikation ist ein anatomisches Klassifikationssystem zur Beschreibung der Lagebeziehung zwischen dem Nervus ischiadicus und dem Musculus piriformis. Sie spielt vor allem beim Piriformis-Syndrom eine Rolle.
Hintergrund
Die Klassifikation wurde 1937 veröffentlicht und basiert auf der Untersuchung anatomischer Präparate.[1] Je nach Ort der Teilung des Nervus ischiadicus in seine Äste (Nervus fibularis communis und Nervus tibialis) und dem Verlauf in Relation zum Musculus piriformis werden verschiedene Lagetypen unterschieden.
Klassifikation
In aktuellen Fassungen der Klassifikation werden meist sieben Lagetypen unterschieden. Typ A gilt dabei als häufigste Normvariante. Typ B wird in ca. 10 % der untersuchten Körper beobachtet.[2] Die Typen C bis G gelten als selten.
| Lagetyp | Beschreibung |
|---|---|
| A | Der Nervus ischiadicus tritt ungeteilt unter dem Musculus piriformis aus. |
| B | Der Nervus ischiadicus ist geteilt:
|
| C | Der Nervus ischiadicus ist geteilt:
|
| D | Der gesamte Nervus ischiadicus durchstößt den Musculus piriformis ungeteilt. |
| E | Der Nervus ischiadicus ist geteilt:
|
| F | Der gesamte Nervus ischiadicus tritt oberhalb des Musculus piriformis ungeteilt aus. |
| G* | Der Nervus ischiadicus ist geteilt:
|
*Der Lagetyp G wurde durch spätere Forschung als weiterer seltener Lagetyp beschrieben und in neueren Fassungen als Ergänzung aufgenommen. Seine Abgrenzung von Typ A wird in der Literatur nicht einheitlich bewertet.
Klinik
Varianten des Nervus ischiadicus in Relation zum Musculus piriformis werden mit Beschwerden wie dem Piriformis-Syndrom in Verbindung gebracht. Aktuelle Übersichtsarbeiten weisen darauf hin, dass vor allem die Typen C und D als ursächlich für das Piriformis-Syndrom gelten, während der am weitesten verbreitete Typ A klinisch meist unauffällig bleibt.[3] Darüber hinaus sind anatomische Varianten des Nervus ischiadicus klinisch relevant bei Hüftoperationen, intramuskulären Injektionen und Verfahren der Regionalanästhesie, da sie das Risiko iatrogener Nervenschäden erhöhen können.[4] Je nach Typ kommen unterschiedliche diagnostische Tests zur Anwendung (vor allem FAIR-Test, Beatty-Manöver, Freiberg-Test, Pace-Test).
Quellen
- ↑ Beaton LE, Anson BJ. The relation of the sciatic nerve and of its subdivisions to the piriformis muscle. Anat Rec. 70(1):1–5. 1937
- ↑ Mohan Iyer K. Piriformis Syndrome. Springer; 2023. S. 9–10.
- ↑ Lopez Castellanos F, Feipel V. Exploring the anatomical basis of piriformis syndrome: A systematic review. Morphologie. 110(369):101114. 2026
- ↑ Rasyidah R et al. An exploratory study of Type B variation of the sciatic nerve. Front Neurol. 2025