Basal unterstützte orale Therapie
Definition
Die basal unterstützte orale Therapie, kurz BOT, ist ein Therapieschema zur Behandung des Typ-2-Diabetes. Sie wird bei erhöhtem Nüchternblutzucker in den Morgenstunden bei bereits bestehender Therapie mit oralen Antidiabetika angewendet. Die BOT eignet sich gut als Übergangstherapie von oralen Antidiabetika zur Insulintherapie.
Vorgehensweise
Bei der BOT wird die bereits bestehende medikamentöse Therapie (Sulfonylharnstoffe, Glinide, Metformin, etc.) nicht verändert. Zusätzlich wird einmal täglich in den Abendstunden eine Fixdosis eines 24h Basalinsulins verabreicht. Dadurch wird die morgendliche Glukoneogenese unterdrückt und die erhöhten Blutzuckerwerte in den Morgenstunden normalisieren sich. Das verabreichte Insulin soll den Basalbedarf über 24 h gleichmäßig abdecken, dadurch soll die Wirkung des körpereigenen Insulins zusammen mit den oralen Antidiabetika zu den Mahlzeiten unterstützt werden.
Die Dosis des abendlich verabreichten Insulins sollte sich am morgendlichen Nüchternblutzucker orientieren (z.B. Beginn mit 6–8 IE NPH-Insulin um 22:00 Uhr und Aufdosierung um 2 IE alle 3 Tage bis der Zielwert (80–120 mg%) erreicht wird). Die Dosisgrenze ergibt sich durch das Auftreten von Hypoglykämien während des Tages oder der Nacht. Mit einer Nachtmessung kann die Notwendigkeit einer Spätmahlzeit eruiert werden.
Indikation
- Erhöhte BZ-Nüchternwerte und normale postprandiale BZ-Werte bei Typ II-Diabetikern
Vorteile
- Einsparen von Tabletten und Insulin
- einfaches Behandlungsschema
- Erleichterter Übergang zur Insulintherapie
- geringere Gewichtszunahme als bei alleiniger Insulinbehandlung