BPC-157
Synonyme: Body Protection Compound-157, BPC 157
Englisch: BPC-157
Definition
BPC-157 ist ein synthetisches Peptid, das ursprünglich aus einem körpereigenen Protein des Magensaftes abgeleitet wurde. Es besteht aus 15 Aminosäuren.
Chemie
Wirkung
Insgesamt ist die wissenschaftliche Evidenz für die reklamierten Wirkungen gering. Derzeit (2026) gibt es keine placebokontrollierten klinischen Studien, die aktuellen wissenschaftlichen Standards genügen.
Die pharmakologischen Daten zu BPC-157 stammen bisher vorwiegend aus Tiermodellen. Hier wurden Hinweise auf eine Förderung der Angiogenese beschrieben. Ebenso soll die NO-Synthase moduliert und proinflammatorische Zytokine inhibiert werden. Darüber hinaus wird der Substanz ein Einfluss auf die Kollagensynthese und die Zellmigration zugeschrieben. In Tierversuchen waren Effekte auf die Regeneration von Muskeln, Sehnen und Nerven beobachtbar.
Die Relevanz dieser Ergebnisse für die Anwendung beim Menschen ist unklar.
Pharmakokinetik
Zur Pharmakokinetik von BPC-157 beim Menschen gibt es bislang nur sehr begrenzte Daten. Viele Aussagen im Internet beruhen auf Tierexperimenten oder Spekulationen. Wie andere Peptide wird BPC-157 in nativer Form im Gewebe schnell durch Peptidasen abgebaut. Eine relevante systemische Wirkung ist nur von Peptiden zu erwarten, die chemisch oder galenisch stabilisiert sind. Inwieweit das für BPC-157-Formulierungen zutrifft, ist unklar.
Zulassung
BPC-157 besitzt keine Zulassung als Arzneimittel. Sowohl in Deutschland als auch in der Europäischen Union ist der Vertrieb und die Verwendung für den menschlichen Gebrauch untersagt.
Im Leistungssport gilt BPC-157 als verboten. Die World Anti-Doping Agency (WADA) führt den Wirkstoff in der Kategorie S0 ("nicht zugelassene Substanzen"). Eine Anwendung kann daher als Dopingverstoß gewertet werden.
Besondere Hinweise
Das pharmazeutische Sicherheitsprofil der im Internet "nur für Forschungszwecke" angebotenen Formulierungen ist fragwürdig. Da die Präparate keine Arzneimittel sind, gelten auch keine GMP- und GDP-Standards. Eine Kontamination ist nicht auszuschließen. Bakteriell verunreinigte Produkte können nach Injektion schwere Weichteilinfektionen hervorrufen.
Es wurden Fälle von Kompartment-Syndromen nach intramuskulärer Injektion nicht zugelassener Peptide beschrieben.[1]
Literatur
- WADA – Prohibited List, abgerufen am 02.02.2026
- Gwyer et al., Gastric pentadecapeptide body protection compound BPC 157 and its role in accelerating musculoskeletal soft tissue healing, Cell Tissue Res, 2019
Quellen
- ↑ Lamour D et al: Exogenous Peptide Injection Causing Medical Thigh Compartment Syndrome. The Journal of Emergency Medicine Volume 66, Issue 4, April 2024, Pages e526-e529