Arzt ohne Gebietsbezeichnung
Definition
Ein Arzt ohne Gebietsbezeichnung ist ein approbierter Arzt, der keine anerkannte Facharzt- bzw. Gebietsbezeichnung nach der jeweiligen Weiterbildungsordnung der Landesärztekammer führt.
Hintergrund
Nach Abschluss des Medizinstudiums und Erteilung der Approbation darf die Berufsbezeichnung "Arzt" geführt werden. Eine Gebiets- bzw. Facharztbezeichnung wird erst nach erfolgreichem Abschluss einer geregelten fachärztlichen Weiterbildung und bestandener Facharztprüfung verliehen. Ein Arzt ohne Gebietsbezeichnung kann sich:
- in einer laufenden Facharztweiterbildung befinden
- bewusst gegen eine fachärztliche Weiterbildung entscheiden
- in nicht-klinischen Bereichen tätig sein.
In der klinischen Praxis entspricht der Arzt ohne Gebietsbezeichnung häufig dem Assistenzarzt bzw. dem Arzt in Weiterbildung (AiW).
Im Gegensatz zum Facharzt besteht für Ärzte ohne Gebietsbezeichnung keine Bindung an ein bestimmtes medizinisches Gebiet.
Tätigkeitsbereiche
Ärzte ohne Gebietsbezeichnung arbeiten beispielsweise im Krankenhaus, in Forschung und Lehre, im öffentlichen Gesundheitsdienst, in der pharmazeutischen Industrie, in der Medizintechnikindustrie oder im Gesundheitsmanagement. In zunehmendem Maß sind sie auch außerhalb traditioneller medizinischer Berufsfelder tätig.
Rechtliche Grundlagen
Die rechtlichen Grundlagen ergeben sich aus den Heilberufs- und Kammergesetzen der Bundesländer, den Weiterbildungsordnungen der Landesärztekammern und der Musterweiterbildungsordnung (MWBO) der Bundesärztekammer.