Aortobronchiale Fistel
Englisch: aortobronchial fistula
Definition
Eine aortobronchiale Fistel, kurz ABF, ist eine seltene, akut lebensbedrohliche pathologische Verbindung zwischen thorakaler Aorta und Bronchialsystem.
Ätiologie
Am häufigsten entsteht eine ABF sekundär im Kontext aortaler Vorerkrankungen oder Eingriffe, z.B. bei thorakalem Aortenaneurysma, nach offener Aortenoperation, Aortitis oder nach TEVAR (z.B. bei Prothesenproblemen, fortschreitender Aneurysmadilatation oder lokaler Entzündung bzw. Infektion).
Symptome
Klinisch stehen fast immer Hämoptysen im Vordergrund, die von wiederkehrenden, selbstlimitierenden „Warnblutungen“ bis zu massiven, letalen Blutungen reichen können.
Diagnose
Diagnostisch gilt die CT-Angiographie als wichtigste Methode, um aneurysmatische Veränderungen, periaortale Entzündungszeichen und mögliche Fistelhinweise zu erfassen. Die Bronchoskopie kann zur Blutungsquellenlokalisation beitragen, ersetzt aber die Gefäßbildgebung nicht. Allerdings wird die Diagnose häufig erst post mortem im Rahmen einer Autopsie gestellt.
Therapie
Therapeutisch ist eine rasche aortale Blutungskontrolle entscheidend. In vielen Akutsituationen wird eine endovaskuläre Versorgung (z.B. TEVAR) als schnell verfügbare, weniger invasive Option eingesetzt – je nach Situation als Definitivtherapie oder Bridge zur späteren chirurgischen Sanierung. Eine offene Rekonstruktion kann erforderlich sein, insbesondere bei Infektverdacht, Rezidiv oder komplexer Defektkonstellation. Häufig ist ein multidisziplinäres Vorgehen notwendig.
Literatur
- Maffeis et al: Sudden death with massive hemoptysis from aortobronchial fistula. Cardiovasc Patho, 2020
- Liu et al: Aortobronchial Fistula: A Case Report and Literature Review, Clin Case Rep, 2025