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Antisympathotonikum

1 Definition

Antisympathotonika sind Substanzen, welche die Aktivität und Affinität des symphatischen Teils des autonomen Nervensystems (kurz: den Sympathikotonus) herabsetzen.

Der Sympathikotonus kann als die Gesamtkonzentration an Noradrenalin in den Synpasen der (postganglionären) Neurone des Sympathikus betrachtet werden.

2 Therapeutischer Einsatz

Antisympathotonika werden heutzutage kaum noch eingesetzt, da es inzwischen bessere Mittel zur Blutdrucksenkung gibt.

3 Wirkweisen

Im Gegensatz zu Sympatholytika, welche die Adrenorezeptoren direkt blockieren, reduzieren Antisympathotonika die Aktivität der sympathischen Nervenfasern, wodurch es zu einer verringerten Freisetzung endogener Katecholamine kommt.

Generell lassen sich drei wesentliche Wirkungsweisen feststellen, wie der Tonus des Sympathikus gesenkt wird. Allen ist gemein, dass die Konzentration des Botenstoffes Noradrenalin in der Präsynapse vermindert wird.

3.1 Hemmung der Resorption über die Membran

Die Resorption von Noradrenalin über die Membran in Vesikel an der Präsynapse der Nervenzellen des Grenzstranges wird gehemmt und der Speicher wird nicht aufgefüllt. Ein Arzneimittel mit diesem Wirkmechanismus ist Reserpin, ein Indolalkaloid aus der Pflanzengruppe der Schlangenwurze mit starken Nebenwirkungen. Es wirkt Blutdruck- und HMV senkend.

3.2 Hemmung der Freisetzung aus der Nervenendigung

Die Noradrenalinfreisetzung aus den Nervenendingungen wird deutlich verringert und von der Konzentration herabgesetzt. Ein Arzneimittel mit diesem Wirkmechanismus ist Guanethidin (Thilodigon), welches als Antihypertonikum sowie in der Lokalanästhesie eingesetzt wird.

3.3 Aktivierung der zentralen Alpha-Zwei-Adrenorezeptoren

Aktivierung der zentralen Alpha-Zwei-Adrenorezeptoren, diese haben eine hemmende Wirkung auf die Noradrenalinausschüttung. Ein Arzneimittel mit diesem Wirkmechanismus ist Methyldopa,welches die Blut-Hirn-Schranke passieren kann und Enzyme hemmt, die für Bildung und Freisetzung von Noradrenalin verantwortlich sind. Es ist eine sogenannte falsche Überträgersubstanz, die zwar gespeichert werden kann, aber andere Affinitäten zu den Rezeptoren aufweist, als der physiologische Überträgerstoff.

Fachgebiete: Pharmakologie

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