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Amiodaron-induzierte Thyreoiditis

1 Definition

Die Amiodaron-induzierte Thyreoiditis ist eine destruierende Schilddrüsenentzündung (Thyreoiditis), die nach Gabe der Antiarrhythmikums Amiodaron auftreten kann.

2 Ätiologie

Amiodaron besteht zu etwa 37 Prozent Gewichtsanteilen aus organischem Iod. Als möglicher Entstehungsmechanismus der Amiodaron-induzierten Thyreoiditis gilt daher die mit der Amiodarongabe verbundene Iodbelastung. Sie überfordert wahrscheinlich die Autoregulationsmechanismen der Schilddrüse und hemmt bestimmte Deiodasen. Darüber hinaus werden direkte zytotoxische Effekte von Amiodaron diskutiert.

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3 Epidemiologe

Etwa 50% aller Patienten mit Amiodaron-Dauertherapie entwickeln abnorme Schilddrüsenfunktionsparameter. Eine Hypothyreose kommt bei 32 Prozent der Patienten vor, eine Amiodaron-induzierte Hyperthyreose (AIH) bei bis zu 23 Prozent der Patienten.

4 Klinik

Sofern eine alternative antiarrhythmische Therapie möglich ist, sollte Amiodaron abgesetzt werden. Die hohen Iodspiegel bleiben allerdings über 6 Monate nach Absetzen der Medikation bestehen, da Amiodaron lipophil ist und daher im Fettgewebe gespeichert wird.

Um den destruierenden Entzündungsprozess zu unterbrechen, können Glukokortikoide gegeben werden. Schwere Amiodaron-induzierte Hyperthyreosen können therapierefraktär sein, so dass in Einzelfällen eine Thyreoidektomie erforderlich ist.

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