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Urinkultur

1 Definition

Als Urinkultur wir die mikrobiologische Untersuchung von Urinproben durch Anzüchtung auf Nährböden bezeichnet.

2 Hintergrund

Die Urinkultur dient dem Nachweis pathogener Krankheitserreger (Bakterien oder Hefen). Sie umfasst in der Regel eine semiquantitative Keimzahlbestimmung, Hemmstofftest, Erregerdifferenzierung und Antibiotika-Resistenzbestimmung.

Bei sexuell aktiven Patientinnen und Patienten ist daran zu denken, dass zwei typische Erreger, Chlamydien und Gonokokken, gar nicht bzw. schwierig anzüchtbar sind und in einer einfachen Urinkultur nicht nachgewiesen werden können.

In der medizinischen Umgangssprache wird Urinkultur gelegentlich synonym mit "Uricult", d. h. Eintauchnährboden, verwendet. Die Untersuchung kann im mikrobiologischen Labor aber ebensogut aus normalen, frischen Urinproben gemacht werden.

3 Vorgehen

Für die Urinkultur wird steril aufgefangener Mittelstrahlurin oder Katheterurin auf die Nährböden aufgebracht. Die Abnahme des Untersuchungsmaterials sollte möglichst 3 h nach der letzten Miktion erfolgen - falls dies dem Patienten möglich ist. Die sichersten Ergebnisse bringen allerdings Untersuchungsproben des Morgenurins.

4 Indikation

  • Verdacht auf das Vorliegen einer Infektion im Bereich der Blase, der Harnleiter, der Nieren und bei Verdacht auf Urosepsis.
  • Bei typischen Symptomen eines Harnwegsinfektes: Flankenschmerz, häufiger Harndrang, schmerzhaftes Wasserlassen, Druckgefühl über der Blase und Fieber.
  • Weiterführende Untersuchung bei Nachweis von Leukozyten oder Nitrit mittels Urinteststreifen (Urinstatus).

5 Quellen

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