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Durchgangssyndrom

1 Definition

Als Durchgangssyndrom werden weitgehend unspezifisch ausgelöste Psychosen bezeichnet, die unter anderem im Zeitraum nach großen chirurgischen Eingriffen auftreten können.

2 Symptomatik

Betroffene Patienten sind unkooperativ, agitiert und verwirrt. Es besteht in der Regel eine vegetative Begleitsymptomatik wechselnden Ausmaßes (z.B. vermehrtes Schwitzen, Tachykardie, Hypertonie). Es kann zu Bewusstseinsstörungen, Verwirrtheit, Desorientierung und aggressivem Verhalten kommen.

Die Symptomatik beginnt abrupt und zeigt wechselnde Intensität. Verwirrtheitsphasen wechseln sich mit "besseren" Phasen ab. Liegende Katheter und Drainagen können durch den Patienten gewaltsam entfernt werden.

3 Diagnostik

Die Schwierigkeit in der Diagnostik ist der Ausschluss spezifischer Ursachen für das psychotische Verhalten. Beispielsweise können eine Hypoglykämie oder eine Hypoxie ähnliche Verhaltensmuster und Symptome auslösen. Auch Komplikationen nach chirurgischen Eingriffen (z.B. Enzephalopathie bei Sepsis) können verantwortlich sein. Daher sollte man zum Ausschluss eine Blutzuckerkontrolle und eine arterielle Blutgasanalyse durchführen, auf klinische und labormedizinische Zeichen einer Infektion ist ebenfalls zu achten.

4 Therapie

Eine spezifische Therapie ist nicht möglich. Vegetative Symptome, die überwiegend auf eine vermehrte Aktivität des Sympathikus zurückzuführen sind, können durch die Gabe von Clonidin gemindert werden. Dabei ist ein Monitoring von Blutdruck und EKG anzustreben.

Tags:

Fachgebiete: Psychiatrie

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