Borrelia burgdorferi
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1 Definition [bearbeiten]
Borrelia burgdorferi ist ein gram-negatives Schraubenbakterium aus der Gattung der Borrelien mit unregelmäßig gewundener Struktur.
2 Stoffwechsel [bearbeiten]
Borrelia burgdorferi ist einer der wenigen pathogenen Erreger, die ohne Eisen überleben können. Die Eisen-Schwefel-Enzymkomplexe wurden in seinem Stoffwechsel durch Mangan-basierte Enzyme ersetzt. Auf diese Weise umgeht das Bakterium die aufwändige Rekrutierung von Eisen im Wirtsorganismus.
3 Vorkommen [bearbeiten]
Hauptverbreitungsgebiet des Erregers ist Nordamerika. Borrelia burgdorferi kommt aber auch in Europa vor.
4 Übertragung [bearbeiten]
Borrelia burgdorferi wird durch Zeckenbisse übertragen. Als Reservoir gelten vor allem kleinere Nager und Rotwild. Borrelien können sowohl von Kollagen geschützt extrazellulär, als auch intrazellulär in Phagozyten jahrelang persistieren.
5 Klinik [bearbeiten]
Nach anfänglicher Vermehrung an der Eintrittsstelle erfolgt eine hämatogene Ausbreitung, die zum Befall verschiedener Organsysteme führt und in das klinische Bild der Lyme-Borreliose mündet. Es kann jedoch auch ein völlig asymptomatischer Verlauf entstehen.
Eine intrauterine Übertragung mit Fehlentwicklungen bzw. Aborten ist möglich.
5.1 Stadium 1 [bearbeiten]
Primäraffekt ist das Erythema chronicum migrans mit einer Persistenz von bis zu 6 Monaten. Dieses Stadium klingt meist auch ohne Behandlung ab. Der Primäraffekt kann fehlen.
5.2 Stadium 2 [bearbeiten]
Wenige Wochen später kommt es zu grippeartiger Allgemeinsymptomatik und bei ca. 80% der Patienten zu verschiedenen neurologischen Ausfall- und Reizerscheinungen wie z.B. einer Facialisparese, die auch als Meningopolyneuritis Bujadoux-Bannwarth bezeichnet werden.
5.3 Stadium 3 [bearbeiten]
Die Erkrankung wird chronisch. Es entwickelt sich eine Lyme-Arthritis und eine Acrodermatitis chronica atrophicans. Regional unterscheidet sich die Ausprägung. In Europa überwiegen die neurologischen Symptome und die Hautatrophie, in den USA dominieren die Arthritiden.
6 Diagnostik [bearbeiten]
Diagnostisch sind spezifische Antikörper gegen Borrelia burgdorferi von Bedeutung, die im Western-Blot nachgewiesen werden können. Hier kann es zu Kreuzreaktionen mit Antikörpern gegen Treponema pallidum kommen.
7 Therapie [bearbeiten]
Im ersten Stadium ist Doxycyclin das Mittel der Wahl; weiterhin können besonders bei der Neuroborreliose Cephalosporine der 3. Generation (z.B. Ceftriaxon) angewandt werden.
8 Prävention [bearbeiten]
Die Vermeidung von Zeckenbissen ist anzustreben, auf schützende Kleidung zu achten und etwaige Zecken schnellstmöglich zu entfernen. Eine Impfung wie bei der ebenfalls von diesem Vektor übertragenen FSME steht zur Zeit (2012) nicht zur Verfügung.
Fachgebiete: Bakteriologie
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