• DocCheck AG
  • AGB
  • Mediadaten
  • Kontakt
Das Medizinlexikon zum Mitmachen.

Liquor

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
23 Bewertungen3.87)
info

Synonyme: Liquor cerebrospinalis, Gehirnwasser
Englisch: cerebrospinal fluid, CSF

1. Definition [bearbeiten]

Der Liquor ist eine im zentralen Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) vorkommende Körperflüssigkeit, die von den Plexus choroidei gebildet wird. Sie zirkuliert in einem System aus kommunizierenden Hohlräumen, das man in seiner Gesamtheit als Liquorraum bezeichnet.

2. Zusammensetzung [bearbeiten]

Der Liquor ist eine wasserklare die protein- und zellarme Flüssigkeit. Die meisten im Liquor vorkommenden Zellen sind Leukozyten (bis zu 3 Leukozyten pro µl Liquor). Selten sind auch Monozyten nachweisbar.

3. Bildung und Resorption [bearbeiten]

Täglich werden in allen vier Ventrikeln etwa 500-700 ml Liquor gebildet. Durch Resorptionsvorgänge im Bereich der Granulationes arachnoideales und der Radices spinales wird die zirkulierende Menge kontinuierlich auf ca. 150ml begrenzt. Bereits kleine Schwankungen des Soll-Volumens führen zu einem Unter- oder Überdruck im Liquorsystem mit gravierenden Folgen für das Gehirn (siehe Liquorstau).

4. Funktion [bearbeiten]

Der Liquor dient:

  • dem Stoffwechsel der Nervenzellen des ZNS
  • als Schutz für das Gehirn, indem er im Subarachnoidalraum eine Art Wasserkissen um das Gehirn bildet und es damit gegen mechanische Einwirkungen von außen schützt
  • der Gewichtsreduktion des Gehirns
  • als Ursprung der Perilymphe

5. Klinik [bearbeiten]

Entzündungsprozesse im Gehirn können zu einer Veränderung des Liquors führen. Im Rahmen der neurologischen Diagnostik wird deshalb bei einem entprechenden Verdacht die Zellzahl im Liquor bestimmt.

Das pathologische Austreten von Liquor aus Nase oder Ohr bezeichnet man als Liquorrhoe.

Schlagwörter für diese Seite

Fachgebiete für diese Seite

Bilder zum Thema

Videos zum Thema

Weiterführende Inhalte

Tipp
Loading...   Daten werden geladen...