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Virchow-Robin-Raum

nach dem deutschen Arzt Rudolf Virchow (1821-1902) und dem französischen Anatomen Charles-Philippe Robin (1821-1885)
Synonyme: perivaskulärer Raum, Spatium perivasculare
Englisch: perivascular space (PVS), Virchow-Robin's space

1 Definition

Der Virchow-Robin-Raum , kurz VRR, ist ein mit Flüssigkeit ausgefüllter, perivaskulärer Spaltraum um die Blutgefäße des zentralen Nervensystems - mit Ausnahme der Kapillaren. Er ist Teil des glymphatischen Systems.

2 Nomenklatur

Die Verwendung der Begriffe "perivaskulärer Raum" und "Virchow-Robin-Raum" ist in der Literatur nicht einheitlich.[1] Während einige Autoren diese Begriffe synonym verwenden, werden von anderen damit verschiedene Strukturen bezeichnet. In der Radiologie hat der Begriff beispielsweise eine andere Bedeutung als in der Neurohistologie. Auch die genaue Topographie dieser komplex aufgebauten Region ist noch Gegenstand wissenschaftlicher Diskussionen.

3 Histologie

Der Virchow-Robin-Raum im engeren Sinn liegt zwischen der durch Astrozytenfortsätze gebildeten Membrana limitans gliae des Gehirns und den Perizyten der Gefäße. Er entsteht durch den Umschlag der Membrana limitans gliae superficialis auf die Oberfläche der Hirngefäße bei ihrem Eintritt in das Hirnparenchym. Sie begleitet die Hirngefäße als Membrana limitans gliae perivascularis in das Innere des Organs.

Im Bereich des Gefäßeintritts wird bei den Hirnarterien auch die Pia mater in den Virchow-Robin-Raum eingeschlagen - gelegentlich als trichterförmige Duplikatur.[1] Sie wird dann im weiteren Verlauf des Gefäßes zu einer zunehmend fenestrierten Zellschicht, die im präkapillären Bereich schließlich ganz verschwindet. Bei den Hirnvenen ist die Pia mater kein Strukturelement des VRR.

Auf Höhe der Kapillaren kollabiert der Virchow-Robin-Raum. Hier wird die Basalmembran der Gefäße in der Regel direkt von der Membrana limitans gliae perivascularis eingefasst. Eine Ausnahme hiervon bilden die zirkumventrikulären Organe und die Eminentia mediana.[2]

Elektronenmikroskopische Untersuchungen haben gezeigt, dass der Virchow-Robin-Raum nicht wie früher vermutet in direkter Verbindung mit dem Subarachnoidalraum (SAR) steht und deshalb auch nicht mit Liquor cerebrospinalis (CSF) gefüllt ist.[3][4] Vielmehr ist er durch desmosomal verbundene Zellen der Pia mater gegenüber dem SAR abgetrennt. Diese Barriere ist jedoch durchlässig, so dass ein Austausch zwischen der interstitiellen Flüssigkeit des VRR und dem Liquor des SAR stattfinden kann.

4 Funktion

Der Virchow-Robin-Raum spielt eine wichtige Rolle für die Flüssigkeitszirkulation im ZNS und ersetzt wahrscheinlich das im Gehirngewebe fehlende Lymphsystem. Über ihn steht der Extrazellulärraum des Hirnparenchyms mit dem Subarachnoidalraum und den extrazerebralen Lymphgefäßen in Verbindung.

Darüber hinaus stellt der Virchow-Robin-Raum einen wichtigen Teil der Blut-Hirn-Schranke dar. Er ermöglicht u.a. die Passage von Immunzellen aus postkapillären Venolen in das Hirnparenchym.[5]

5 Quellen

  1. 1,0 1,1 Brinker, Thomas & Stopa, Edward & Morrison, John & Klinge, Petra: A new look at cerebrospinal fluid circulation. Fluids and barriers of the CNS. Fluids Barriers CNS. 2014 May 1;11:10. doi: 10.1186/2045-8118-11-10.
  2. Gross PM, Weindl A: Peering through the windows of the brain (Review). Journal of Cerebral Blood Flow and Metabolism. 7 (6): 663–72. doi:10.1038/jcbfm.1987.120. PMID 2891718
  3. Zhang ET, Inman CB, Weller R: Interrelationship of the pia mater and the perivascular (Virchow-Robin) spaces in the human cerebrum. J Anat 1990;170:111–123
  4. Pollock H, Hutchings M, Weller RO, Zhang ET: Perivascular spaces in the basal ganglia of the human brain: their relationship to lacunes. J Anat 1997;191:337–346
  5. Owens T, Bechmann I, Engelhardt B: Perivascular spaces and the two steps to neuroinflammation. J Neuropathol Exp Neurol. 2008 Dec;67(12):1113-21. doi: 10.1097/NEN.0b013e31818f9ca8

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