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von lateinisch: caries - Fäulnis
Synonyme: Zahnfäule, Caries, Cp


Die Karies ist eine multifaktorielle Erkrankung der Zahnhartsubstanz, die unbehandelt die Struktur und Funktion der Zähne zunehmend zerstört und zum Zahnverlust führen kann.
In Europa sind ca. 98% der Bevölkerung an Karies erkrankt. Damit ist Karies mit Abstand die häufigste Infektionskrankheit in Industrieländern.
Karies wird durch eine Störung des Gleichgewichtes von Demineralisation und Remineralisation der Zähne hervorgerufen. Nach König (1971) wirken 4 Faktoren bei der Kariesentstehung zusammen. Sie müssen gleichzeitig vorliegen, um den Erkrankungsprozess in Gang zu bringen:
Die kariogenen Mikroorganismen (vor allem Streptokokken) erzeugen aus niedermolekularen Kohlenhydraten (Zucker) als Stoffwechselabbauprodukt organische Säuren, die Mineralsalze (Hydroxylapatit) aus der Zahnhartsubstanz herauslösen. Diesen Prozess bezeichnet man als "Demineralisierung". Er ist so lange reversibel, wie die organische Matrix der Zahnhartsubstanz nicht beschädigt ist. Wird die Matrix selbst durch Bakterien abgebaut, entstehen Strukturdefekte ("Löcher"), die nicht mehr umkehrbar sind.
Die Entstehung bzw. der Verlauf der Karies wird durch viele verschiedene Faktoren beeinflusst. Dazu zählen:
Die Karies kann man in 4 bzw. 5 Stadien einteilen:
Eine Sonderform stellt die sog. Caries sicca dar. Das erneute Entstehen einer Karies an einem bereits behandelten Zahn bezeichnet man als Sekundärkaries oder Kariesrezidiv.
Die Symptome sind abhängig vom Stadium der Karies. Initialkaries und Schmelzkaries sind in der Regel symptomlos. Bei fortgeschrittener Karies treten neben den sichtbaren Strukturdefekten folgende Beschwerden auf:
Die Diagnose der Karies erfolgt meist klinisch durch Inspektion und Sondierung des betroffenen Zahnes. Zusätzlich kommen spezielle Röntgenaufnahmen ("Zahnfilm"), Durchleuchtung des Zahnes mit Kaltlicht und Test der Empfindlichkeit des Zahnes mit dem Luftbläser zum Einsatz.
Darüber hinaus gibt es auch neuere Verfahren in der Kariesdiagnostik, die teilweise auch verdeckte Läsionen der Zahnhartsubstanz aufspüren können:
Die wichtigste Maßnahme zur Kariesprophylaxe ist nach der Infektionsvermeidung die richtig durchgeführte Zahnpflege mit Zahnbürste und Zahnseide, sowie ggf. einer Interdentalbürste. Darüber hinaus kann die Kariesresistenz der Zähne durch Verwendung fluoridhaltiger Zahnpasten und durch lokale Fluoridtouchierung, Chlorhexidin-Spülungen und Gelapplikation verbessert werden. Weitere mögliche Massnahmen bei Kindern sind:
In einigen Ländern (z.B. Finnland , USA, China, Korea) wird neben diesen Maßnahmen zusätzlich der Zuckeraustauschstoff Xylitol (Xylit) eingesetzt. Studien weisen darauf hin, dass Xylitol bei Tagesdosen ab 4 Gramm, verteilt auf 2-3 Gaben, in der Lage ist, die kariogene Mundflora zu verändern. Bei unveränderter Mundhygiene und Ernährung soll das Kariesrisiko dadurch reduziert werden.
Die Therapie der Karies ist Gegenstand der konservierenden Zahnheilkunde. Sie besteht in der Entfernung der betroffenen Zahnhartsubstanz durch Exkavation und anschliessende Füllung der entstandenen Kavität durch plastische, gegossene oder vorgeformte Füllungsmaterialien.
Eine weitere Methode ist die minimal-invasive Entfernung der Karies durch Erweichung der Läsion mit einem Spezialgel und anschließende Kürettierung mit Handinstrumenten (Carisolv®).


![]() | Berufsbild: Dentalhygieniker/-in 26.11.2010, DocCheck TV Redaktion Dauer: 03:46 min |


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