7.979 Aufrufe
Synonym: ASR, Achillessehnenriss
Englisch: achilles tendon rupture


Die Achillessehnenruptur ist ein Riss (Ruptur) der Achillessehne (Tendo calcanei).
Die Achillessehnenruptur ist meist die Folge eines akuten Traumas durch Über- und Fehlbelastung der Sehne. Häufig bestehen dabei degenerative Veränderungen bzw. Vorschädigungen, welche die Widerstandsfähigkeit des Sehnengewebe herabgesetzt haben. Als Risikofaktoren gelten:
Typischer Patient ist der so genannte "Weekend Warrior", der sich vornehmlich am Wochenende sportlich betätigt und sich dann gerne überlastet.
Die Achillessehnenruptur betrifft am häufigsten sportlich aktive Männer im Alter zwischen 30 und 50.
Am häufigsten reißt die Sehne 2-6 cm oberhalb ihres Ansatzes am Fersenbein im Bereich der Achillessehnentaille. Dort liegt die "Wasserscheide" der arteriellen Versorgung, die von kranial und kaudal in die Sehne einstrahlt, d.h. Ernährung des Sehnengewebes ist am schlechtesten.
Die Diagnose lässt sich meist schon klinisch durch Inspektion und Palpation des Befunds stellen. Wenige Zentimeter oberhalb des Fersenbeinansatzes lässt sich eine Lücke in der Sehne tasten.
Zusätzlich zur Palpation werden Bewegungsumfang und Belastbarkeit, sowie die Muskelkraft (Einbeinzehenstand) getestet. Bei gerissener Sehne zeigt sich auf der betroffenen Seite eine stärkere Dorsalflexion bei passiver Streckung und eine deutlich eingeschränkte Plantarflexion bei aktiver Beugung (Zehenstand nicht möglich).
Als spezielle klinische Tests können der Thompson-Test und der Nadeltest nach O'Brien durchgeführt werden.
Die klinische Diagnose kann durch bildgebende Verfahren gesichert werden, ist aber vor allem zum Nachweis von Teilrupturen hilfreich. Zu den möglichen Unteruchungen zählen:
Bei einer Achillessehnenruptur sollten die Behandlungsmaßnahmen möglichst rasch einsetzen, um Funktionsverluste zu vermeiden.
Die konservative Therapie wird vor allem bei älteren Patineten und Patienten mit Begleiterkrankungen gewählt. Dabei wird der Fuß über 4-6 Wochen mit einem Gipsverband, einer Schiene oder einem Spezialschuh in leichter Spitzfußstellung fixiert, um die getrennten Sehnenenden einander anzunähren und eine narbige Ausheilung zu erreichen. Danach bringt man den Fuß mit einer Orthese schrittweise in die Normalstellung zurück. Anschließend muss der Patient für einige Monate eine Absatzerhöhung von etwa 2 cm tragen.
Die chirurgische Therapie bietet sich vor allem für jüngere und sportlich aktive Patienten an. Sie ist mit einer geringeren Risiko für eine Reruptur behaftet. Der Eingriff kann unter Lokalanästhesie, Regionalanästhesie oder in Narkose durchgeführt werden. Durch Anlegen einer Blutsperre am Oberschenkel wird für die Dauer des Eingriffs eine Blutleere im Operationsgebiet erzeugt, um die Übersichtlichkeit zu erhöhen.
Für die operative Versorgung selbst gibt es eine Vielzahl chirurgischer Methoden. Sie kann offen oder perkutan erfolgen.


|
Daten werden geladen... |
