Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.

Narkose

von griechisch: ναρκαν ("narkan") - erstarren
Synonym: Allgemeinanästhesie
Englisch: general an(a)esthesia

1 Definition

Als Narkose oder Allgemeinanästhesie bezeichnet man einen medikamentös induzierten Schlafzustand des Organismus, in dem chirurgische, diagnostische und therapeutische Eingriffe ohne Schmerzempfindung oder Abwehrreaktion durchführbar sind.

Im weiteren Sinne wird auch die Einleitung bzw. Aufrechterhaltung dieses Zustands als Narkose bezeichnet. Narkosen werden durch Anwendung von Anästhetika erzielt.

2 Hintergrund

Zur Einleitung und Aufrechterhaltung der Narkose werden ein oder mehrere Allgemeinanästhetika verabreicht, die im ZNS wirken. Diese Medikamente werden ggf. durch Muskelrelaxantien zur Entspannung der Skelettmuskulatur ergänzt. Im Unterschied zur Lokal- und Regionalanästhesie ist der Patient während der Narkose nicht ansprechbar.

3 Geschichte

Die ersten Allgemeinanästhesien im heutigen Sinne wurden in der Mitte des 19. Jahrhunderts durchgeführt. Die dabei eingesetzte Äthernarkose war allerdings schlecht zu steuern. Erst durch die Entwicklung von modernen Narkosegeräten und Intubationsverfahren, sowie durch die Synthese pharmakologisch optimierter Anästhetika konnte sich die Anästhesiologie als eigenes medizinisches Fachgebiet abgrenzen und die Narkose als medizinisches Alltagsverfahren etablieren.

4 Einteilung

In der Umgangssprache unterscheidet man - fachlich nicht korrekt - zwei Formen der Narkose:

  • Vollnarkose
  • Teilnarkose

Der Begriff "Teilnarkose" ist insofern sachlich fehlerhaft, als es sich um keine Narkose im eigentlichen Sinn handelt, sondern lediglich um eine regionale Schmerzausschaltung (Regionalanästhesie). Da es also keine Teilnarkosen gibt, ist der Begriff Vollnarkose ein Pleonasmus.

Eine Unterform der Narkose, bei welcher der Patient in einer Art Dämmerschlaf gehalten wird, ist die Analgosedierung, welche häufig bei Intensivpatienten, oder auch bei geringfügigen Eingriffen (Endoskopie) zum Einsatz kommt und in der Laienpresse gerne als "Künstliches Koma" bezeichnet wird.

Eine weitere Form der Narkose ist die Kurznarkose.

5 Durchführung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Narkose einzuleiten und zu führen. Oft wird sie mit einem Opioid, gefolgt von einem Barbiturat eingeleitet und unter Zuhilfenahme eines Inhalationsanästhetikums fortgeführt.

Davon abweichend kann die Narkose aber auch totalintravenös (TIVA) eingeleitet und geführt werden. Auch eine inhalative Einleitung ist möglich (insbesondere bei Kindern). Verschiedene Krankenhäuser haben diesbezüglich differierende Standards.

Fachgebiete: Anästhesiologie

Um diesen Artikel zu kommentieren, .

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Letzte Autoren des Artikels:

17 Wertungen (3.88 ø)
Teilen

51.951 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
DocCheck folgen: