T-Gedächtniszelle
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LoslegenSynonyme: Memory-T-Zelle, Gedächtnis-T-Zelle
Englisch: memory T cell
Definition
Eine T-Gedächtniszelle ist eine langlebige, Antigen-erfahrene T-Zelle, die nach einer durchgemachten Immunreaktion persistiert und Teil des immunologischen Gedächtnisses ist. Bei erneutem Kontakt mit demselben Antigen ermöglicht sie eine schnellere und stärkere Sekundärantwort.
Einteilung
T-Gedächtniszellen kommen sowohl unter den CD4-positiven (T-Helferzellen) als auch unter den CD8-positiven (zytotoxischen T-Zellen) vor. Anhand von Oberflächenmarkern, Lokalisation und Funktion werden mehrere Subpopulationen unterschieden:
| Subtyp | Merkmale |
|---|---|
| Zentrale Gedächtniszellen (TCM) | CD45RO+, CCR7+, CD62L+; rezirkulieren durch sekundäre lymphatische Organe, hohe Proliferationskapazität |
| Effektor-Gedächtniszellen (TEM) | CD45RO+, CCR7−, CD62L−; zirkulieren durch periphere Gewebe, rasche Effektorfunktion |
| Gewebsständige Gedächtniszellen (TRM) | CD45RO+, CD69+, häufig CD103+; verbleiben ortsständig im Gewebe, keine Rezirkulation, sofortiger lokaler Schutz |
| Stammzell-Gedächtniszellen (TSCM) | CD45RA+, CCR7+, CD62L+, CD95+; am wenigsten differenziert, selbsterneuernd und multipotent |
Als gemeinsamer Marker antigenerfahrener T-Zellen gilt eine hohe Expression von CD44. Humane T-Gedächtniszellen tragen typischerweise die Isoform CD45RO anstelle von CD45RA.[1]
Funktion
Nach Erstkontakt mit einem Antigen werden naive antigenspezifische T-Zellen aktiviert, expandieren stark klonal und differenzieren überwiegend zu Effektorzellen. Ein Teil dieser Zellen überlebt die anschließende Kontraktionsphase und persistiert als T-Gedächtniszelle. Da diese Zellen in höherer Frequenz vorliegen und rascher aktivierbar sind als naive T-Zellen, löst eine erneute Infektion mit demselben Antigen eine deutlich schnellere und wirkungsvollere Sekundärantwort aus. Ihr Langzeiterhalt ist weitgehend antigenunabhängig und wird durch die homöostatischen Zytokine Interleukin-7 (IL-7) und Interleukin-15 (IL-15) vermittelt.[2]
Differenzierung
Wie T-Gedächtniszellen aus aktivierten T-Zellen hervorgehen, wird aktuell (2026) durch mehrere Modelle beschrieben:
- Lineares Modell: Aus naiven T-Zellen entstehen zunächst Effektorzellen; die nach der Immunreaktion überlebenden Zellen differenzieren zu Gedächtniszellen (u.a. durch ausbleibende Apoptose).
- Asymmetrische Teilung: Bereits bei der Aktivierung entscheiden Signalstärke und Kostimulation, ob eine Tochterzelle den Effektor- oder den Gedächtnisweg einschlägt.
- Separate Vorläufer: Unterschiedliche Vorläuferpopulationen differenzieren getrennt zu Effektor- bzw. Gedächtniszellen.
Im Gegensatz zu naiven T-Zellen benötigen T-Gedächtniszellen keine fortwährende Stimulation durch Selbst-Peptid-MHC-Liganden.[2]
Geschichte
Ein frühes Beispiel für langlebige Immunität lieferte die Masernepidemie auf den Färöer-Inseln 1846: Peter Ludvig Panum stellte fest, dass keine der noch lebenden Personen erneut erkrankte, die bereits bei der vorangegangenen Epidemie 1781 – also 65 Jahre zuvor – Masern durchgemacht hatten. Die Beobachtung belegte ein langlebiges immunologisches Gedächtnis; dessen zelluläre und humorale Grundlagen – darunter Gedächtnis-T- und -B-Zellen sowie langlebige Plasmazellen – wurden allerdings erst im 20. Jahrhundert aufgeklärt. Bei Masern beruht der jahrzehntelange Schutz überwiegend auf antikörpervermittelter Immunität.
Quellen
- ↑ Sallusto et al. Two subsets of memory T lymphocytes with distinct homing potentials and effector functions. Nature. 1999;401(6754):708–712.
- ↑ 2,0 2,1 Sallusto et al. Central memory and effector memory T cell subsets: function, generation, and maintenance. Annu Rev Immunol. 2004;22:745–763.
Literatur
- Murphy K, Weaver C. Janeway Immunologie. 9. Aufl. Springer Spektrum; 2018