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Superfizialzelle

von lateinisch: superficies - Oberfläche
Englisch: surface cells

1 Definition

Superfizialzellen bilden die oberste Zellschicht (Stratum superficiale) eines mehrschichtig unverhornten Plattenepithels.

2 Histologie

Unverhorntes mehrschichtiges Plattenepithel findet man an mehreren Stellen des menschlichen Körpers, beispielsweise in der Mundhöhle, der Plica vocalis des Kehlkopfes oder an der Wand der Vagina. Dieses Epithel enthält meist mehr als 20 Zelllagen, die vier Schichten zugeordnet werden, die etwa dem Reifungsfortschritt der Zellen bei ihrer gemeinsamen Wanderung von unten nach oben entsprechen:

Das Stratum intermedium enthält mehrere Zelllagen, wobei hier der Zellkern gegenüber den vorausgehenden Lagen dichter wird. Zugleich wird das Zytoplasma auffallend blass. Es findet hier eine Verdichtung des Zellkerns (Pyknose) statt, wobei sich die Formänderung der Zellen im Stratum superficiale fortsetzt. Hier angekommen (oberste Zellage), ist der Kern ganz pyknotisch (aber immer noch mikroskopisch erkennbar) und der Zellleib weitgehend abgeplattet.

3 Morphologie

Superfizialzellen sind zwischen 45 und 60 µm groß und weist eine vieleckige Form auf. Mit der PAS-Methode eingefärbt, stellt sich das Zellplasma rosa dar. Der Kern ist verglichen mit der restlichen Zelle recht klein und besitzt eine Größe von 5 bis 7 µm. Da das Chromatin dicht gelagert ist, färbt sich der Zellkern tiefblau.

4 Physiologie

Die Superfizialzellen des Vaginalepithels lagern im Zytoplasma Glykogen ein. Das Glykogen wird von der physiologischen Keimflora der Vagina, den Döderlein-Bakterien (Lactobacillus acidophilus) zu Milchsäure abgebaut. Die Milchsäure führt zu einer Ansäuerung des Vaginalsekrets, was ein wichtiger Schutzmechanismus gegen das Eindringen von pathogenen Keimen ist.

5 Klinik

Da die obersten Zellen des Plattenepithels ständig abschilfern, werden sie fortlaufend durch nachrückende Zellen ersetzt. In der Vagina unterliegt dies hormonellen Einflüssen, sodass man von der in einem Vaginalabstrich vorherrschenden Zellmorphologie Rückschlüsse auf die Zyklusphase ziehen kann.

Fachgebiete: Histologie

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