Sinoatriale Überleitungszeit
Wir werden ihn in Kürze checken und bearbeiten.
Wir werden ihn in Kürze checken und bearbeiten.
Definition
Die sinoatriale Überleitungszeit, kurz SACT, bezeichnet in der invasiven Elektrophysiologie des Herzens die Leitungszeit vom Sinusknoten in das umgebende Vorhofmyokard. Sie beschreibt die Austrittsleitung des Sinusknotenimpulses. Die Angabe erfolgt in Millisekunden.
Hintergrund
Der Sinusknoten generiert spontane elektrische Impulse mit intrinsischer Frequenz. Die Erregung breitet sich vom Sinusknoten in das rechtsatriale Myokard aus. Verzögerungen auf dieser Strecke führen zu einer sinoatrialen Leitungsstörung. Die SACT bildet die Leitungszeit im Bereich des Sinusknotenausgangs funktionell ab. Eine Verlängerung ist mit strukturellen oder funktionellen Veränderungen des Sinusknotens oder seines Austrittsareals assoziiert.
Messung
Eine direkte Ableitung des Sinusknotenpotenzials ist klinisch nicht möglich. Die Bestimmung erfolgt indirekt im Rahmen einer elektrophysiologischen Untersuchung mittels atrialer Extrastimulation. Nach Applikation eines vorzeitigen atrialen Stimulus wird die Veränderung des nachfolgenden Sinuszyklus analysiert. Aus der Differenz der Zykluslängen wird die sinoatriale Überleitungszeit berechnet. Alternativ kann eine kontinuierliche atriale Stimulation mit anschließender Analyse der Erholungszyklen verwendet werden.
Referenzwert
Die normale sinoatriale Überleitungszeit beträgt in der Regel < 125–150 ms.
Werte darüber sprechen für eine sinoatriale Leitungsverzögerung. Grenzwerte sind frequenz- und altersabhängig.
Interpretation
Eine Verlängerung über 150 ms spricht für eine sinoatriale Leitungsverzögerung. Ausgeprägte Verzögerungen können in einen sinoatrialen Block übergehen. Der SA-Block Typ I entspricht einer progressiven Verzögerung der sinoatrialen Überleitung. Der SA-Block Typ II ist durch intermittierende Ausfälle der Vorhoferregung gekennzeichnet.
Die SACT dient der funktionellen Beurteilung der sinoatrialen Überleitung bei Verdacht auf Sinusknotendysfunktion. Eine pathologische Verlängerung findet sich insbesondere beim Sick-Sinus-Syndrom. Die Beurteilung erfolgt im Zusammenhang mit der Sinusknotenerholungszeit und dem Oberflächen-EKG.
Literatur
- M. Wieczorek, Kursbuch Kardiologische Elektrophysiologie, Thieme-Verlag
- L. Iden et. al., Invasive Elektrophysiologie für Einsteiger, Springer-Verlag
- E. Hoffmann et. al., Interventionelle kardiale Elektrophysiologie – Praxis-Lehrbuch, Springer-Verlag