Signaturenlehre
Definition
Die Signaturenlehre ist eine vorneuzeitliche naturphilosophische Vorstellung, nach der äußere Merkmale von Pflanzen, Tieren oder Mineralien Hinweise auf ihre medizinische Wirkung geben.
Hintergrund
Die Signaturenlehre entstand aus der Annahme, dass die Natur dem Menschen durch sichtbare „Zeichen“ mitteilt, wofür ein Naturstoff therapeutisch geeignet ist. Form, Farbe oder Struktur eines Organismus wurden als Hinweise auf das zu behandelnde Organ oder die Art der Erkrankung interpretiert.
Diese Denkweise war eng mit religiösen und naturphilosophischen Vorstellungen verbunden, insbesondere mit der Idee einer sinnhaft geordneten Natur.
Beispiele
- Walnusskern ähnelt dem Gehirn → Einsatz bei „Kopfleiden“
- Leberblümchen mit leberähnlicher Blattform → Anwendung bei Lebererkrankungen
- Gelb blühende Pflanzen → Verwendung bei Gelbsucht
Solche Analogien galten als therapeutische Hinweise.
Historie
Die Signaturenlehre prägte die Pflanzenheilkunde über Jahrhunderte. Besonders Paracelsus und spätere Vertreter der Naturphilosophie griffen diese Vorstellung auf und systematisierten sie.
Aus moderner wissenschaftlicher Perspektive besitzt die Signaturenlehre keinen naturwissenschaftlichen Erklärungswert. Ihre Bedeutung liegt vor allem im medizinhistorischen Verständnis früherer Heilkonzepte und in der Entwicklung der Phytotherapie.