Schober-Zeichen
nach Paul Schober (1865-1943), deutscher Rheumatologe
Synonyme: Schober'sches Zeichen, Zeichen nach Schober, Schober-Maß
Englisch: Schober's test
Definition
Das Schober-Zeichen ist ein klinischer Funktionstest, um die Flexionsfähigkeit der Lendenwirbelsäule zu prüfen.
siehe auch: Ott-Zeichen
Durchführung
Beim aufrecht stehenden Patienten wird eine Hautmarkierung über dem Dornfortsatz von S1 angebracht. Eine zweite Markierung erfolgt 10 cm kranial davon. Anschließend wird der Patient aufgefordert, sich maximal nach vorne zu beugen (Flexion).
Bewertung
Physiologischer Befund
Bei maximaler Flexion vergrößert sich der Abstand der Markierungen um mindestens 5 cm (Gesamtabstand ≥ 15 cm). Bei maximaler Retroflexion verringert sich der Abstand um 1–2 cm.
Pathologischer Befund
Ein pathologischer Befund liegt vor, wenn es zu einer Zunahme des Abstandes um weniger als 5 cm kommt. Dies spricht für eine eingeschränkte Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule.
Ursachen
Eine verminderte Flektierbarkeit der Lendenwirbelsäule findet sich zum Beispiel bei:
- Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew) oder anderen seronegativen Spondyloarthritiden
- degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule (z.B. Spondylose, Facettengelenkarthrose)
- Wirbelkörperfrakturen, z.B. bei Osteoporose