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Schmallenberg-Virus

1 Definition

Der Schmallenberg-Virus ist ein dem Akabane-Virus verwandtes Virus der Gattung Orthobunyaviridae. Empfänglich für eine Infektion sind Rinder und kleine Wiederkäuer.

2 Klinik

Eine Infektion geht in der Regel nur mit sehr milden klinischen Symptomen einher. Bei der Infektion von trächtigen Tieren können teilweise erhebliche kongenitale Schäden der Kälber und Lämmer auftreten. Außerdem kommt es zu einer erhöhten Rate von Frühgeburten und Aborten. Des Weiteren können Störungen im Fruchtbarkeitsgeschehen auftreten.

3 Epizootiologie

In Asien, Afrika und Australien sind Orthobunyaviren des Rindes verbreitet. Unklar ist momentan, ob es sich beim Schmallenberg-Virus um einen Neueintrag des Virus in europäische Tierbestände handelt, oder ob das Virus schon länger bei Wiederkäuern in Europa vorkommt. Nach Einschätzung des European Center for Disease Prevention and Control ist nicht von einer Übertragbarkeit des Virus auf den Menschen auszugehen[1]. Das Virus wird über verschiedene Arten von Stech- und Bartmücken (Gnitzen) als Vektoren übertragen.

  • Culicoides dewulf
  • Culicoides pulicaris
  • Culicoides obsoletus

Eine direkte Übertragung von Tier zu Tier wird derzeit ausgeschlossen.

4 Infektionslage in Deutschland

Im November 2011 stellte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) erstmals das Auftreten eines Virus der Gattung Orthobunyaviridae bei deutschen Rindern fest. Analysen des Erbmaterials weisen darauf hin, dass es sich um ein Virus aus der Simbu-Serogruppe handelte, zu der Shamonda-, Aino- und Akabane-Viren gehören.

Nach Isolierung, Anzucht und weiterer Vermehrung des Virus wurde es dort vorläufig nach der Herkunft der untersuchten Probe als „Schmallenberg-Virus“ bezeichnet. Die meisten Fälle wurden in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und Schleswig-Holstein nachgewiesen. Es gab aber auch Fälle in anderen Bundesländern. Außerdem traten in Belgien, Luxemburg, Frankreich, Spanien, Italien den Niederlanden und Großbritannien Infektionen mit dem Virus auf. Die Infektionen traten hierbei gehäuft bei Schafen auf. Mit einem Impfstoff ist laut Aussage des FLI nicht vor 2013 zu rechnen.

5 Meldepflicht

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) plant die Einführung einer Meldepflicht. Ende März 2012 soll der Bundesrat hierüber entscheiden und die Krankheit in die Liste meldepflichtiger Tierkrankheiten in der Verordnung über meldepflichtige Tierkrankheiten aufgenommen werden.

6 Weblinks

Webseite des FLI zum Schmallenberg-Virus

7 Quellen

  1. Risk assessment: New Orthobunyavirus isolated from infected cattle and small livestock ─ potential implications for human health

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