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Sölder-Linien

nach Friedrich von Sölder, österreichischer Neurologe (1867-1943)
Synonyme: Laer-Sölder-Linien
Englisch: Sölder's lines

1 Definition

Die konzentrischen Sölder-Linien sind Begrenzungslinien der Innervationsgebiete der sensiblen Hirnnervenkerne des Nervus trigeminus (Nervus V).

2 Physiologie

Die somatoafferenten Kerngebiete des 5. Hirnnerven sind somatotop organisiert. Im Nucleus spinalis nervi trigemini innervieren die kranialen Neurone den perioralen Bereich. Es folgt die Wangen-Lid-Region und die durch kaudale Fasern versorgte Kinn-, Jochbein- und Schläfenpartie. Dadurch entstehen zwiebelschalenartige Begrenzungslinien.

3 Pathophysiologie

Die Areale der Sensibilitätsausfälle infolge zentraler Trigeminusläsionen folgen diesen Begrenzungslinien, weshalb auf den betroffenen Bereich des Trigeminuskerns geschlossen werden kann. Das ist bei der Diagnostik von pathologischen intramedullären Veränderungen von Bedeutung.

4 Quellen

  • Autorenkollektiv (Hrsg. 3. Aufl. 2014): Duale Reihe – Anatomie; Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart (S. 986 ff)
  • Autorenkollektiv (Hrsg. 4. Aufl. 2015): Prometheus – Lernatlas der Anatomie: Kopf, Hals und Neuroanatomie; Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart – New York (S. 120 f)
  • Heisel, J. (Hrsg. 2007): Neurologische Differentialdiagnostik; Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart (S. 46 ff)

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