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Reptilienhaltung

1 Definition

Die Reptilienhaltung beschäftigt sich mit der Haltung von Reptilien als Haus- oder Zootier. Reptilien gelten als anspruchsvolle Haustiere und erfordern bezüglich der Haltung und Ernährung besondere Zuwendung.

2 Grundzüge

2.1 Terrarium

Die Haltung von Reptilien erfolgt in einem quader- bis würfelförmigen Terrarium aus Holz, Glas oder Kunststoff. Wichtig ist dabei, dass das Terrarium eine gute Isolation liefert und das natürliche Mikroklima für das Tier erhält. Das Terrarium sollte im Voraus mit den Anforderungen des gewünschten Reptils abgestimmt werden.

2.2 Einrichtung

Der Untergrund ist zumeist mit Rindenmulch, Torf, Humus oder Sand bedeckt. Für die Haltung in Quarantäne (Neuzugänge, kranke Tiere) eignet sich häufig Zeitung als Unterlage, da diese ein weniger geeigneter Nährboden für Keime ist und schnell vollständig gewechselt werden kann. Wesentliche Einrichtungsgegenstände sind je nach Haltungsform:

  • Steine
  • Schalen aus Steingut zur Reichung von Futter und Wasser
  • Kunstpflanzen oder Naturpflanzen
  • Wurzel oder Stämme, Äste, Blätter
  • großes Wasserbecken mit Filter für semiaquatische Reptilien
  • Thermometer und Hygrometer

2.3 Beleuchtung

Als Beleuchtung werden eine UV- und eine Wärme-Quelle installiert (auch als Kombination erhältlich). Als UV-Quelle dienen entweder sogenannte Kompaktlampen (9-15 Watt) oder auch eine Leuchtstoffröhre mit einem speziellen Vorschaltgerät. Die Leucht- und Wärmemittel sollten halbjährlich bis jährlich erneuert werden. Die Sonne als natürliche UV-Quelle im Sommer ist natürlich die beste Variante. Eine UV-Quelle ist für das Knochenwachstum eines jeden Reptils unerlässlich. Besonders Schildkröten und tagaktive Echsen, etwa Chamäleons, haben einen hohen UV-Lichtbedarf. Schlangen stellen zumeist geringere Ansprüche.

Basking-Spot-Lampen (40-150 Watt) werden von den wechselwarmen Tieren gerne als Sonnenplatz angenommen.

3 Großgruppen und kurze Charakterisierung

Folgende Punkte sollten immer berücksichtigt werden:

  • Herkunftsland des Tieres
  • Größe der ausgewachsenen Tiere! Häufig werden Tiere wie Rauten- oder Tigerpythons (~3 bis 6 m), Grüne Leguane (bis 2,3 m) und Kaimane (1,5 bis 3,0 m) als Jungtiere verkauft. Man muss sich der Endgröße bewusst sein und auch für ausgewachsene Tiere eine artgerechte Unterkunft bieten können. Häufig sind die Besitzer mit den ausgewachsenen Tieren überfordert und sind gezwungen sie abzugeben oder setzen sie gar aus.
  • Temperatur und Luftfeuchtigkeit
  • Untergrund
  • Großgruppe
  • Ernährungsform
  • Besondere Bedürfnisse

3.1 Echsen

Bei den Echsen findet man eine enorme Bandbreite von Wüsten- bis Tropenbewohnern vor. Die Bartagame ist derzeit, neben dem Jemenchamäleon, eines der beliebtesten Haustiere.

3.2 Schlangen

Schlangen sind natürlich bis sehr auffällig gefärbt vorzufinden. Diese werden in großen Mengen nachgezüchtet und erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Die Tigerpython oder die Kornnatter sind äußerst beliebt. Die Haltung von Giftschlangen erfreut sich zunehmender Beliebtheit, ist von rechtlicher Seite her je nach Bundesland unterschiedlich geregelt und sollte sachkundigen Personen und zoologischen Einrichtungen vorbehalten bleiben.

3.3 Schildkröten

Man unterscheidet zwischen Landschildkröten und Wasserschildkröten. Sie sind beliebte Haustiere für Kinder, jedoch werden sie von ihren Haltungsbedingungen gerne unterschätzt und zeigen dadurch oft starke Deformationen.

Was ich selber immer wieder mitbekomme, ist, dass junge Erwachsene, die sich zuvor noch nie mit der Biologie exotischer Tiere auseinandergesetzt haben, sich Giftschlangen anschaffen und dann feststellen, dass der Umgang mit diesen Tieren nicht immer einfach ist. Und die Motivation, einen "Reptilien-Führerschein" (DGHT) zu machen ist natürlich nicht da. Also müssen sie die Tiere wieder loswerden - aber wie? Und dann am liebsten noch verkaufen und Gewinn erzielen bzw. den ehemaligen Kaufpreis wieder rausholen. Auch ich habe bereits Giftschlangen bei mir aufgenommen, weil Vorbesitzer sie loswerden mussten... Wobei es dazu auch spezialisierte Einrichtungen (Reptilienauffangstationen NRW & München) gibt. Ein generelles Verbot in NRW halte ich dennoch für unnötig. Aber irgendwas muss sich tun, zumindest sollten Meldepflicht eingeführt und Nachweis der Sachkunde/ Erfahrung in irgend einer Form vorausgesetzt werden. Werden einige Regeln befolgt, sind diese Tiere faszinierende Untermieter...
#1 am 09.10.2014 von Danny Steven Siwek (Student)

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