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Reafferenzprinzip

Synonym: Holst-Prinzip

1 Definition

Das Reafferenzprinzip ist ein 1950 von Horst Mittelstaedt und Erich von Holst entwickeltes Modell zur Beschreibung von Regelvorgängen im zentralen Nervensystem (ZNS).

2 Hintergrund

Das Reafferenzprinzip basiert auf Rückkopplungsvorgängen, die es dem ZNS letztlich ermöglichen, erwartete Reize auszublenden und z.B. eine zielgerichtete Motorik auszuführen.

Dabei wird angenommen, dass Impulse (Efferenzen) an die Ausführungssysteme (z.B. Muskeln) in einem untergeordneten zentralnervösen Zentrum eine Efferenzkopie hinterlassen. Von den Effektoren (Reafferenzen) und der Umwelt (Exafferenzen) werden anschließend Meldungen der Ausführung als Afferenzkopie wieder an das unterste zentralnervöse Zentrum geleitet und mit der abgelegten Efferenzkopie verglichen.

Wenn Afferenzkopie und Efferenzkopie übereinstimmen, wird letztere gelöscht. Bei Nichtübereinstimmung wird das nächsthöhere zentrale Zentrum informiert, sodass Korrekturen vorgenommen werden. Gelangt die Meldung bis in den Kortex, wird uns der Korrekturvorgang bewusst.

Für das Reafferenzprinzip im Kontext der motorischen Kontrolle ist die Verschaltung im Kleinhirn entscheidend. Purkinje-Zellen integrieren Informationen über den Bewegungsentwurf (Assoziationskortex, Pons, Moosfasern), die Efferenzkopie (Motorkortex, Nucleus olivaris inferior, Kletterfasern) und die Reafferenz (spinozerebelläres System).

Diese Seite wurde zuletzt am 5. Juni 2020 um 15:29 Uhr bearbeitet.

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