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Radiofrequenzablation

Synonym: Hochfrequenzablation

1 Definition

Bei der Radiofrequenzablation bzw. Hochfrequenzablation handelt es sich um ein Verfahren, bei dem in einem vorher definierten Bereich des Körpers Gewebe durch die Zufuhr von großer Hitze zerstört werden soll. Klassischstes Beispiel ist die lokale Zerstörung einer bösartigen Raumforderung. Die erwünschten Zerstörungsgebiete nennen sich Hitzenekrosen. Antrieb für die starke Hitzeentwicklung ist eine Form von Hochfrequenzstrom, in etwa ähnlich dem Verfahren beim Veröden von Gefäßen im Rahmen einer Operation.

2 Funktionsprinzip

Je nach Hersteller existieren verschiedene technische Prinzipien, nach denen ein Radiofrequenzablator funktioniert. Oberstes Ziel ist hierbei immer eine möglichst große Hitzenekrose zu erzeugen, ohne dabei dem restlichen Organismus in irgendeiner Weise zu schaden. Einige Hersteller verwenden eine Kombination aus sehr dünnen Aufspreizelektroden und einem leistungsstarken 460 Kilohertz-Generator. Bei diesem technischen Verfahren erreicht man Spitzenleistungen von 250 Watt. Dieses System stellt die etwas leistungsstärkere Variante dar. Eine etwas schwächere, aber ebenfalls weit verbreitete Variante verwendet anstatt der Aufspreizelektroden längliche, stabförmige Elektroden, die im Gegensatz zu den Ersteren künstlich gekühlt werden. Als Energiequelle dienen hier gepulste 480 Kilohertz-Wellen, die in Kombination mit den Elektroden eine Spitzenleistung von um die 200 Watt erreichen. Eine konkrete Aussage, welches der beiden hier vorgestellten Systeme besser bzw. effektiver ist, lässt sich pauschal nicht treffen. Etwa 2,5 cm bis 3,0 cm große Gewebsbereiche lassen sich pro Elektrodenposition mit beiden Varianten zerstören. Dabei fließt ungefähr 1 Ampere Strom und nach etwa einer Viertelstunde ist das Gewebe im Bereich der Elektrode vollständig zerstört. Währende einer Hochfrequenzablation wird mit Hilfe einer sonographischen Untersuchung (Ultraschall) stets die Lage der Elektroden kontrolliert, um eine Zerstörung von gesundem Gewebe zu vermeiden.

3 Anwendungsgebiete

Wie im ersten Punkt erwähnt kommt der lokalen Zerstörung von malignen Raumforderungen die größte Bedeutung zu. Allerdings geht es dabei weniger um die Zerstörung des Primärtumors (der in der Regel chirurgisch entfernt wird), sondern insbesondere um die Zerstörung von Metastasen. Weiter Anwendungsgebiete sind die Behandlung von schweren Herzrhythmusstörungen und medikamentenresistenter Hypertonie.

3.1 Anwendung in der Metastasen-Behandlung

  • minimal-invasive Anwendung ist möglich und erspart einen ausgedehnten Operationsherd
  • die Behandlung kann ohne besonderes zusätzliches Gesundheitsrisiko mehrmals wiederholt werden
  • Schonung von umliegendem, gesunden Gewebe

Insbesondere in der Behandlung von Lebermetastasen gewinnt die Radiofrequenzablation immer mehr an Bedeutung, da sich hierdurch häufig eine Leberteilresektion vermeiden lässt oder zumindest geringer ausfallen kann. Ob eine Ablation, oder eine Leberteilresektion einen besseren Schutz vor Rezidiven bietet, ist noch nicht geklärt.

3.2 Anwendung gegen Herzrhythmusstörungen und Hypertonie

  • bei schweren Herzrhythmusstörungen wird der Ursprungsort dieser Entgleisungen elektrophysiologisch aufgespürt und diese Stelle mittels Radiofrequenzablation verödet. Das übrig gebliebene Narbengewebe besitzt keine elektrische Aktivität mehr
  • in einem ganz neuen Verfahren werden Hypertonikern, die regelmäßig systolische RR-Werte von über 200 mm/Hg haben und auf keine Medikation ansprechen, mittels Radiofrequenzablation einige überaktive Nervenenden im Bereich der Niere verödet. Erste Erfolge dieses Verfahrens sind bereits dokumentiert.

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Fachgebiete: Allgemeine Chirurgie

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