Phantommessung
Definition
Die Phantommessung ist eine Messmethode in der radiologischen Qualitätssicherung, bei der standardisierte Prüfobjekte (Phantome) zur Bewertung von Bildqualität und Strahlenexposition radiologischer Systeme verwendet werden.
Hintergrund
Da Untersuchungen am Patienten keine reproduzierbaren Bedingungen erlauben und dem Strahlenschutz widersprechen würden, werden für die radiologische Qualitätssicherung künstliche Objekte eingesetzt. Sie besitzen definierte physikalische Eigenschaften, die bestimmte Gewebe oder anatomische Strukturen simulieren. Diese "Phantome" ermöglichen standardisierte, vergleichbare Messungen unabhängig von individuellen Patienteneigenschaften.
Phantommessungen sind sowohl Bestandteil der Abnahmeprüfung als auch der Konstanzprüfung.
Arten von Phantomen
Je nach Anwendungsbereich werden unterschiedliche Phantome eingesetzt. Sie können beispielsweise
- homogene Materialien zur Dosisbestimmung enthalten,
- definierte Strukturen zur Beurteilung der Ortsauflösung und Kontrastauflösung aufweisen oder
- komplexe anatomische Verhältnisse simulieren.
Typische Beispiele sind CT-Dosimetriephantome oder Bildqualitätsphantome für die Projektionsradiographie.
Anwendung
Phantommessungen dienen der objektiven Bewertung technischer Parameter eines Bildgebungssystems. Sie ermöglichen insbesondere:
- Bestimmung von Dosisparametern (z.B. CTDI im CT)
- Analyse von Bildqualitätsparametern (z.B. Signal-Rausch-Verhältnis, Auflösung)
- Vergleich mit Referenzwerten aus der Abnahmeprüfung
Durch die standardisierten Bedingungen können auch kleine Veränderungen im Gerätezustand zuverlässig erkannt werden.