Parallaxeffekt
Englisch: parallax effect
Definition
Der Parallaxeffekt ist ein radiologisches Artefakt, das eine scheinbare Lageveränderung eines Objekts beschreibt, wenn es aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet wird. Insbesondere in der Röntgendiagnostik und Stereoradiographie spielt dieser Effekt eine wichtige Rolle bei der Bildinterpretation.
Entstehung
Beim Parallaxeffekt entstehen Unterschiede in der Bildwahrnehmung, wenn Röntgenaufnahmen aus leicht versetzten Strahlengängen angefertigt werden. Objekte unterschiedlicher Tiefe projizieren sich dabei je nach Aufnahmewinkel an verschiedene Positionen auf den Detektor oder Film. Dieser Effekt kann diagnostisch genutzt werden, etwa zur Tiefenlokalisation von Strukturen, Fremdkörpern oder Läsionen.
Parallaxunschärfe
Als Parallaxunschärfe bezeichnet man eine spezielle Form der Bildunschärfe, die bei der Röntgenbildentstehung auftreten kann. Sie entsteht, wenn Röntgenphotonen die Emulsionsschichten eines Röntgenfilms unter unterschiedlichen Einfallswinkeln belichten. Dadurch kommt es zu einer leichten Bildversetzung zwischen den Schichten, was sich als Unschärfe im resultierenden Bild äußert.
Der Grad der Parallaxenunschärfe wird beeinflusst durch:
- die Dicke des Röntgenfilms (zunehmend bei dickeren Filmen),
- die Größe des Brennflecks der Röntgenröhre,
- den Einfallswinkel der Röntgenstrahlen.
Klinische Relevanz
In der modernen digitalen Radiographie ist die Parallaxenunschärfe von geringerer Relevanz als bei konventionellen Film-Folien-Systemen. Dennoch bleibt das Verständnis des Parallaxeneffekts wichtig für die Bildqualität, die korrekte Befundung sowie für spezielle Anwendungen wie die Stereoradiographie.
Literatur
- Iflaq P. Parallax effect. Reference article, Radiopaedia.org, https://doi.org/10.53347/rID-207802, zuletzt besucht 26.01.2025.
- Auerbach et al. The Parallax Effect in the Evaluation of Range of Motion in Lumbar Total Disc Replacement. Int J Spine Surg. 2008;2(4):184-8. doi:10.1016/sasj-2008-0020-rr.