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Os coracoideum (Geflügel)

von griechisch: korakoeidés - rabenähnlich
Synonyme: Coracoideum, Rabenschnabelbein

1 Definition

Als Os coracoideum bzw. Rabenschnabelbein bezeichnet man einen Knochen des Schultergürtels beim Geflügel.

2 Anatomie

Das Os coracoideum ist der kräftigste Knochen des Schultergürtels bei den Vögeln. Es bildet eine knöcherne Strebe, die den Flügel während des Schwingvorganges vom Sternum (Brustbein) fernhält und so ein Zusammendrücken des Thorax (Brustkorb) verhindert.

2.1 Morphologie

Am Os coracoideum können folgende Strukturen beschrieben werden:

  • Extremitas omalis coracoidei:
    • Processus acrocoracoideus
    • Processus glenoidalis coracoidei
    • Proceussus procoracoideus
  • Corpus coracoidei:
    • Facies dorsalis mit Cotyla scapularis
    • Facies ventralis
  • Extremitas sternalis coracoidei:
    • Crista articualris sternalis
    • Facies articularis
    • Angulus medialis
    • Processus lateralis

Das obere Ende wird als Extremitas omalis coracoidei bezeichnet und ist reich strukturiert. Ein nach kraniomedial gerichteter und hakenförmiger Fortsatz (Processus acrocoracoideus) umfasst die Sehne des Musculus supracoracoideus. Über diesen Fortsatz steht das Os coracoideum auch über die Facies articularis clavicularis mit der Clavicula (Schlüsselbein) in Verbindung. Unter dem Processus acrocoracoideus befindet sich ein Sulcus musculi supracoracoidei, der an der Bildung des Canalis triosseus beteiligt ist. Darunter ragt ein weiterer Fortsatz (Processus procoracoideus) nach kaudal und medial vor, wobei auf seiner aufgerauten kaudalen Fläche die Cotyla scapularis liegt. Über diese ist das Os coracoideum bindegewebig mit dem Tuberculum coracoideum der Scapula verankert.

Lateral am Os coracoideum ist eine Facies articularis humeri ausgebildet, die den größten Teil der Gelenkpfanne für das Schultergelenk bildet. Das daran anschließende längere Mittelstück wird als Corpus coracoidei bezeichnet und ist zuerst dreikantig, wird dann aber ventral flacher und läuft in ein breit ausgezogenes, ventrales Ende (Extremitas sternalis coracoidei) aus. Auf der schaufelförmigen Extremitas sternalis coracoidei ist ein schmaler und abgerundeter Grat ausgebildet, der zu einer Gelenkfläche (Facies articularis sternalis) umgestaltet ist. Diese Gelenkfläche fügt sich in den quergstellten Sulcus articularis coracoideus des Sternums ein. An der Kaudalfläche der Extremitas sternalis coracoidei ist bei vielen Vogelarten ein großes Foramen pneumaticum ausgebildet, sodass der untere Anteil des Os coracoideum pneumatisiert ist.

3 Klinik

Das Os coracoideum frakturiert vor allem beim Aufprall auf ein Hindernis mit hoher Geschwindigkeit. Solche Frakturen stellen sich entweder als Abriss der Verbindung mit dem Sternum oder als diaphysäre Querfraktur dar.

4 Literatur

  • Nickel, Richard, August Schummer, Eugen Seiferle. Band V: Geflügel. Parey, 2004.
  • King, Anthony S. et al. Handbook of Avian Anatomy: Nomina Anatomica Avium. Second Edition. Cambridge, Massachusetts. Published by the Club, 1993.
  • Salomon, Franz-Viktor, Geyer, Hans, Gille, Uwe. Anatomie für die Tiermedizin. 2., aktualisierte und erweiterte Auflage. Enke, 2008.

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