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Muttermilchikterus

Synonym: Stillikterus
Englisch: breastfeeding jaundice

1 Definition

Ein Muttermilchikterus ist eine Sonderform der Neugeborenengelbsucht ohne Hämolyse, die bei gestillten Säuglingen auftreten kann. Abgesehen von der Erhöhung des Bilirubinspiegels entwickeln sich die Säuglinge jedoch gut und zeigen keine weiteren Symptome.

2 Formen

  • Früher Muttermilchikterus ("early onset breastfeeding jaundice")
  • Später Muttermilchikterus ("late onset breastfeeding jaundice")

3 Pathogenese

Der frühe Muttermilchikterus kommt in den ersten Tagen nach der Geburt durch Stillprobleme zustande, wenn ein Säugling zu wenig gestillt wird bzw. die durch die Muttermilch zugeführte Kalorienmenge nicht ausreichend ist.

Der späte Muttermilchikterus tritt in der 2. Lebenswoche auf und kann bis zu 4-8 Wochen andauern. Er wird wahrscheinlich durch die Zusammensetzung der Muttermilch verursacht, z.B. durch einen zu hohen Gehalt von langkettigen Fettsäuren, einen erhöhte Konzentration an Lipoproteinlipase und/oder eine erhöhte Aktivität der β-Glucuronidase. Diese Faktoren können zu einer Hemmung der kindlichen Glucuronyltransferase führen. Dadurch ist die Konjugation des Bilirubins gestört, was die Rückresorption von Bilirubin im Darm fördert (enterohepatischer Kreislauf).

4 Therapie

Ein Muttermilchikterus bedarf in der Regel keiner Therapie, solange der Bilirubinspiegel unter 270 µmol/l liegt. Steigen das Bilirubin über diesen Grenzwert, kann eine temporäre Unterbrechung des Stillens notwendig sein.

Fachgebiete: Kinderheilkunde

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