Multidetektor-CT
Synonyme: Mehrzeilen-CT, Multislice-CT, Mehrschicht-CT, MSCT, MZ-CT
Englisch: multidetector CT (MDCT), multislice CT
Definition
Das Multidetektor-CT, kurz MDCT, bezeichnet eine Bauart des Computertomographen, bei der mehrere parallel angeordnete Detektorzeilen zur gleichzeitigen Erfassung von Projektionsdaten verwendet werden. Dadurch können während einer Rotation der Gantry mehrere Schichten des Körpers gleichzeitig aufgenommen werden. Das Multidetektor-CT ist heute die dominierende Bauform der Computertomographie und hat die früher verwendeten Einzeilen-CTs weitgehend ersetzt.
Terminologie
In der Literatur werden mehrere Begriffe weitgehend synonym verwendet:
- Multidetektor-CT (MDCT): technisch präzisester Begriff
- Mehrzeilen-CT: beschreibt die Bauweise mit mehreren Detektorzeilen
- Multislice-CT bzw. Mehrschicht-CT: beschreibt die gleichzeitige Aufnahme mehrerer Schichten
Technisches Prinzip
Im Multidetektor-CT ist das Detektorsystem als Detektorarray mit mehreren parallel angeordneten Detektorzeilen aufgebaut. Während der Rotation der Röntgenröhre um den Patienten registrieren diese Detektoren gleichzeitig die abgeschwächte Röntgenstrahlung aus vielen Projektionsrichtungen. Durch die Kombination aus
- rotierender Gantry,
- mehreren Detektorzeilen,
- kontinuierlichem Tischvorschub
entsteht eine spiralförmige Datenerfassung. Dieser Scanmodus wird auch als Spiral-CT bezeichnet.
Die Breite des gleichzeitig erfassten Volumens wird durch die Kollimation und die Anzahl der Detektorzeilen bestimmt.
Detektorgeometrie
Die Leistungsfähigkeit eines Multidetektor-CT wird unter anderem durch die Anzahl der Detektorzeilen bestimmt. Typische Systeme sind beispielsweise:
- 16-Zeilen-CT: weitgehend veraltet
- 64-Zeilen-CT: lange Zeit Standard, heute (2026) noch verbreitet
- 128-Zeilen-CT: heutiger Standard bei Neuanschaffungen
- 256-Zeilen-CT: moderne High-End-Systeme
- 320-Zeilen-CT: Spezialsysteme
Mit zunehmender Detektoranzahl können größere Volumenbereiche pro Rotation erfasst werden, wodurch sich die Untersuchungsgeschwindigkeit erhöht.
Leistungsfähigkeit
Im Vergleich zu früheren Einzeilen-CT-Systemen besitzen Multidetektor-CT-Systeme mehrere entscheidende Vorteile:
- Höhere Untersuchungsgeschwindigkeit: Durch die parallele Datenerfassung mehrerer Schichten kann das bestrahlte Volumen pro Rotation erheblich vergrößert werden. Dadurch lassen sich große Körperabschnitte in kurzer Zeit untersuchen.
- Dünnere Schichten: Moderne Systeme ermöglichen sehr dünne rekonstruierte Schichten, häufig im Bereich von 0,5 bis 0,75 mm. Dadurch können nahezu isotrope Voxel erzeugt werden. Isotrope Datensätze erlauben hochwertige multiplanare Rekonstruktionen (MPR), 3D-Rekonstruktionen und Gefäßdarstellungen.
- Verbesserte zeitliche Auflösung: Die Kombination aus kurzen Rotationszeiten und hoher Detektorabdeckung ermöglicht sehr schnelle Untersuchungen. Dies ist insbesondere für Kardio-CT, CT-Angiographie und Polytraumadiagnostik von großer Bedeutung.
Die Anzahl der Detektorzeilen beschreibt allerdings nur die Detektorgeometrie und erlaubt allein keine vollständige Aussage über die Leistungsfähigkeit eines CT-Systems. Eine entscheidende Kenngröße ist die z-Abdeckung pro Rotation (Volumenabdeckung entlang der Patientenlängsachse). Außerdem bestimmen weitere technische Parameter die Leistungsfähigkeit eines CT-Systems, insbesondere Rotationszeit, Pitch, Detektoreffizienz und Detektortechnologie sowie Rekonstruktionsverfahren.