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Masochismus

Englisch: masochism

1 Definition

Masochismus ist eine Persönlichkeitseigenschaft, bei der ein Mensch positive Emotionen daraus zieht, dass man ihm Schmerzen zufügt und/oder ihn demütigt. Ist der Masochismus stark ausgeprägt, kann er eine Persönlichkeitsstörung darstellen und potenziell lebensgefährlich sein. Besteht Masochismus nur im Zusammenhang mit der Sexualität, ist er als gestörte Sexualpräferenz anzusehen.

2 Herkunft des Begriffes

Erstmals wurde der Begriff 1886 vom deutsch-österreichischen Psychiater und Rechtsmediziner Richard Freiherr von Krafft-Ebing wissenschaftlich verwendet. Bezogen ist der Begriff auf den österreichischen Schriftsteller Leopold Ritter von Sacher-Masoch und seinen Roman "Venus im Pelz", in dem er Schmerz- und Unterwerfungsszenen in Beziehung zu Frauen darstellt.

3 Ursachen

Als Ursachen für Masochismus kommen sowohl psychodynamische als auch lerntheoretische Konzepte in Frage. Die Psychodynamik sieht die Ursache für Masochismus in einem Abwehrverhalten, welches durch die Unterdrückung von Ängsten und Gewissenskonflikten entsteht, die mit dem Loslösverfahren von der Mutter in Zusammenhang stehen. Dem gegenüber steht die Lerntherapie, die besagt, dass Masochismus über klassische oder operante Konditionierung entsteht.

Masochistische Züge können auch erst später im Leben auftreten, ausgelöst durch traumatische Ereignisse, welche mit Schuldgefühlen und Selbstvorwürfen einhergeht. Der oder die Betroffene möchte so "Buße" tun.

4 Ausprägungen

Der Masochismus lässt sich nach Ernst Bornemann in drei Kategorien unterteilen:

4.1 Nichtsexueller oder psychischer Masochismus

Der Masochist sehnt sich nach Unterordnung, Demütigungen und Niederlagen, sowohl im privaten, als auch im gesellschaftlichen Leben. Teils werden solche Ereignisse, zum Beispiel Misserfolge im Beruf, absichtlich herbeigeführt, um Lustgefühle aus diesen Situationen beziehen zu können.

4.2 Sexueller oder Konjunktions-Masochismus

Der sexuelle Masochist empfindet Lust und sexuelle Befriedigung durch die Unterdrückung und Demütigung durch einen Sexualpartner, oft auch durch das Erleben von Schmerz. Es kann hierbei auch zu Selbstverletzungen als Teil des Geschlechtsaktes kommen, welche allerdings als nicht kompensatorisch anzusehen sind, sondern als Teil der sexuellen Handlung.

4.3 Perverser oder Kompensations-Masochismus

Der Wunsch nach Geschlechtsverkehr wird durch das Verlangen nach physischem Schmerz und psychischer Demütigung ersetzt. Hierbei werden die sexuellen Wünsche, zum Beispiel sich auspeitschen zu lassen, nicht als Einleitung zum Geschlechtsverkehr benutzt, sondern ersetzen diesen komplett. Als Sonderform gibt es den Automasochismus, bei dem sich der Masochist selbst am Körper verletzt.

5 Therapie

Die Behandlung durch Psychotherapie ist meist schwer und erstreckt sich über eine lange Zeit, was dadurch erschwert wird, dass masochistische Persönlichkeiten Hilfe oftmals ablehnen.

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