Male Pattern
Definition
Das Male Pattern in der Elektrokardiografie beschreibt eine normale Variation der frühen Ventrikelrepolarisation, charakterisiert durch ST-Streckenhebungen in den Brustwandableitungen (V1-V4), oft mit konkavem Verlauf und gefolgt von aufsteigenden T-Wellen.
Hintergrund
Das Male Pattern ist ein harmloses Muster ohne Krankheitswert. Es kann jedoch morphologisch einem Myokardinfarkt ähneln und ist ein gutes Beispiel dafür, dass ein EKG immer in Kombination mit dem klinischen Zustand des Patienten interpretiert werden sollte, um eine genaue Zuordnung und Diagnosestellung zu ermöglichen.
Physiologie
Das Male Pattern entsteht durch hormonelle, genetische und elektrophysiologische Faktoren, die zu einer verstärkten Repolarisation führen. Die Ausprägung dieses Musters ist altersabhängig und nimmt mit steigendem Testosteronspiegel in der Pubertät zu, erreicht bei jungen Männern ihr Maximum und nimmt im höheren Lebensalter wieder ab.
Differentialdiagnose
Differenzialdiagnostisch müssen insbesondere STEMI, Perikarditis und Brugada-Syndrom ausgeschlossen werden.
Literatur
- Bidoggia H, Maciel JP, Capalozza N, Mosca S, Blaksley EJ, Valverde E, Bertran G, Arini P, Biagetti MO, Quinteiro RA. Sex differences on the electrocardiographic pattern of cardiac repolarization: possible role of testosterone. Am Heart J. 2000 Oct;140(4):678-83. doi: 10.1067/mhj.2000.109918. PMID: 11011345.
- Ezaki K, Nakagawa M, Taniguchi Y, Nagano Y, Teshima Y, Yufu K, Takahashi N, Nomura T, Satoh F, Mimata H, Saikawa T. Gender differences in the ST segment: effect of androgen-deprivation therapy and possible role of testosterone. Circ J. 2010 Nov;74(11):2448-54. doi: 10.1253/circj.cj-10-0221. Epub 2010 Sep 8. PMID: 20834186.