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Kern-Plasma-Relation

Englisch: nuclear-cytoplasmic ratio, N:C ratio

1 Definition

Die Kern-Plasma-Relation gibt das Volumen des Zellkerns im Verhältnis zum Zytoplasma bzw. zur gesamten Zelle an.

2 Hintergrund

Die Verwendung des Begriffs ist nicht einheitlich. Die in der angelsächsischen Literatur üblichen Verhältnisangaben ("4:1") bezeichnen das Verhältnis von Kernvolumen und Zytoplasmavolumen ( = Zellvolumen - Kernvolumen), während Prozentangaben sich auf das Verhältnis von Kernvolumen und Zellvolumen beziehen. Bei einer Kern-Plasma-Relation von 1:1 hat der Zellkern einen Anteil von 50% am Zellvolumen.

3 Histologie

Da die Histologie mit zweidimensionalen Schnitten arbeitet, werden die Zell- und Kerngrößen planimetrisch vermessen und das Volumen berechnet. Die Bestimmung der Kerngröße bezeichnet man dabei als Karyometrie.

Die Kern-Plasma-Relation ist unter anderem abhängig vom Zelltyp und vom Reifegrad der Zelle.

Bei Fettzellen macht der Zellkern nur etwa 1% des Zellvolumens aus, bei kleineren Blutzellen (z.B. Lymphozyten) etwa 50% des Volumens. Die Kern-Plasma-Relation der meisten Körperzellen liegt zwischen 1:6 (14%) und 1:4 (20%).

Die unreifen Blastenformen von Erythrozyten oder Leukozyten haben eine Kern-Plasma-Relation von 70 bis 95% (4:1), die mit zunehmender Reifung auf 66% (2:1) oder sogar 50% (1:1) absinkt.

4 Klinik

Die Kern-Plasma-Relation ein wichtiges Merkmal bei der Beurteilung der Gewebeatypie. Eine Kern-Plasma-Relation die größer ist als die des Normalgewebes spricht für eine Dysplasie oder Malignität der Zellen.

Tags:

Fachgebiete: Histologie, Pathologie

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