Keratopräzipitat
Definition
Keratopräzipitate sind zelluläre Ablagerungen auf der Rückfläche der Hornhaut, die im Rahmen einer Entzündung des vorderen Augenabschnitts entstehen.
Hintergrund
Bei einer intraokularen Entzündung, insbesondere einer Uveitis anterior, gelangen Entzündungszellen und Eiweißbestandteile aus dem Kammerwasser auf das Hornhautendothel und lagern sich dort ab. Durch Konvektion im Kammerwasser sammeln sich diese Ablagerungen bevorzugt im unteren Bereich der Hornhaut.
Erscheinungsbild
Bei der Spaltlampenuntersuchung zeigen sich Keratopräzipitate als punktförmige bis flächige, grauweißliche Ablagerungen auf dem Endothel. Sie können je nach Entzündungsform unterschiedlich aussehen:
- fein punktförmig bei nicht-granulomatöser Entzündung
- größer, „speckig“ (mutton-fat) bei granulomatöser Uveitis
Häufig sind sie in dreieckiger Anordnung nach unten gerichtet (Arlt-Dreieck).
Zusammensetzung
Keratopräzipitate bestehen vor allem aus Entzündungszellen (z. B. Lymphozyten, Makrophagen) sowie Fibrin und Eiweißbestandteilen des Kammerwassers.
Klinik
Das Vorhandensein von Keratopräzipitaten ist ein typisches Zeichen einer intraokularen Entzündung. Form, Größe und Verteilung liefern Hinweise auf Art und Aktivität der Uveitis.