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Kapnometrie

Englisch: capnography

1 Definition

Die Kapnometrie ist ein Verfahren, um den Kohlenstoffdioxid-Gehalt (CO2-Gehalt) der Exspirationsluft des Patienten zu messen und zu überwachen.

Die Kapnometrie liefert Auskunft über Lage und Funktionszustand des Endotrachealtubus, Beurteilung der Stoffwechsellage des Patienten, Komplikationen wie die maligne Hyperthermie oder die Effizienz einer Reanimation, die Qualität der Spontanatmung sowohl beim intubierten Patienten als auch beim nicht intubierten Patienten.

2 Einsatzgebiete

3 Messverfahren

3.1 Hauptstromverfahren

Hier ist in das Schlauchsystem (zwischen Endotrachealtubus und Y-Stück) eine Messküvette integriert, durch die die Infrarot-Lichtabsorption konstant bestimmt wird.

3.1.1 Vorteile

  • Die gesamte Luftmenge wird berücksichtigt
  • Es tritt keine zeitliche Verzögerung auf.

3.1.2 Nachteile

  • Die Messküvette mit dem Detektor vergrößert das Gewicht des Schlauchsystems in der Nähe des Endotrachealtubus, so dass eine größere Extubationsgefahr bei Manipulationen am Patienten (Umlagern o.ä.) besteht.
  • Die Messküvette muss geheizt (39° C) werden, damit die Messung nicht durch Kondenswasser beeinträchtigt wird.
  • Es besteht eine erhöhte Diskonnektionsgefahr.

3.2 Nebenstromverfahren

Hier wird eine kleine Luftmenge permanent abgesaugt und dann zum Detektor geleitet, der die Messung vornimmt.

3.2.1 Vorteile

  • geringeres Gewicht
  • kann auch beim nicht intubierten Patienten verwendet werden (Einführen des Schlauchs in ein Nasenloch)

3.2.2 Nachteile

  • die Messung erfolgt verzögert
  • es sind zahlreiche Störfaktoren vorhanden (Sekrete des Patienten, Wasserdampf, andere Gase, Druck der Umgebungsluft)
  • Von entscheidender Bedeutung ist der CO2-Anteil am Ende der Exspiration, da dann das Atemgas keine Anteile mehr vom CO2-freiem Totraumvolumen hat.

Der Normbereich für den endexspiratorischen CO2 - Partialdruck beträgt 33 bis 43 mmHg oder 4,3 bis 5,7 Vol.-%.

4 Falsche Werte

Falsch niedrige Werte können sich ergeben bei

  • Reanimation (schlechte Ventilation)
  • Patienten mit obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD, Asthma) oder Lungenembolie
  • Patienten mit starker Hypoventilation (Totraumventilation)
  • Empfehlenswert ist daher die Kombination mit einer Blutgasanalyse.

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