International Classification of Health Interventions
Englisch: International Classification of Health Interventions
Definition
Die Internationale Klassifikation der Gesundheitsinterventionen, kurz ICHI, ist ein Klassifikationssystem der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur systematischen Erfassung von Gesundheitsinterventionen. Sie hat das Ziel, die Vergleichbarkeit und Evidenz der Gesundheitsversorgung zu verbessern.
Hintergrund
Das ICHI-System ist Bestandteil der WHO Family of International Classifications (WHO-FIC). Innerhalb dieses Klassifikationsverbunds bildet die ICHI die Prozessebene ab und ergänzt damit die ICD zur Klassifikation von Diagnosen sowie die ICF zur Beschreibung von Funktion, Aktivität und Behinderung.
Die ICHI dient fach- und länderübergreifend als einheitliche Systematik zur Kodierung diagnostischer, therapeutischer, präventiver und rehabilitativer Interventionen. Erfasst werden Maßnahmen, die von Ärzten, Pflegefachkräften, Therapeuten, Sozialarbeitern sowie weiteren Gesundheitsberufen durchgeführt werden.
Aufbau
Die ICHI ist dreiachsig aufgebaut. Ein vollständiger ICHI-Code besteht aus sieben Zeichen, die durch Punkte in drei Gruppen abgetrennt werden. Er setzt sich aus folgenden Achsen zusammen:
- Ziel (Target): Anatomische oder physiologische Struktur, die Ziel der Gesundheitsintervention ist (aus ICF)
- Handlung (Action): Art der durchgeführten Intervention (mehr als 300 definierte Begriffe)
- Mittel/ Verfahren (Means): Eingesetzte Methode oder Technik
Die Codes können durch Erweiterungscodes (z. B. aus ICD oder ICF) ergänzt werden.
Beispiele
- FNA.FF.ZZ: Appendektomie
- BHA.AA.ZZ: Elektrokardiogramm (EKG)
- BHA → Target: Herz
- AA → Action: Messung/Aufzeichnung
- ZZ → Means: nicht näher spezifiziert
Literatur
- International Classification of Health Interventions (WHO), abgerufen am 28.01.2026
- ICHI-Browser (WHO), abgerufen am 28.01.2026
- ICHI Reference Guide (WHO, Stand 10/2025), abgerufen am 28.01.2026