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Hypnagogie

Synonyme: Halbschlaf, hypnagoger Zustand
Englisch: hypnagogia

1 Definition

Als Hypnagogie bezeichnet man einen Bewusstseinszustand, der beim Einschlafen auftreten kann, also beim Übergang vom Wachzustand in den Schlaf. In dieser Phase können Wachträume, visuelle, auditive und/oder taktile Halluzinationen sowie eine Schlafparalyse auftreten. Das entsprechende Adjektiv ist hypnagog.  

2 Abgrenzung

Der Hypnagogie entsprechende Phänomene beim Übergang vom Schlaf in den Wachzustand nennt man hypnopomp. Diese Unterscheidung hat sich jedoch nicht allgemein durchgesetzt, so dass von vielen Autoren beide Übergangszustände als "hypnagog" bezeichnet werden.

3 Phänomene

3.1 Visuelle Phänomene

Zu den häufig geschilderten visuellen Phänomenen der Hypnagogie gehören Phosphene, die sich als Lichtfunken, geometrische Muster oder figurative Bilder manifestieren. Sie können farbig oder monochromatisch sein, und als zwei- oder dreidimensionale Bilder auftreten. Die Bilder sind typischerweise flüchtig und wechseln schnell. Im Unterschied zu Traumbildern haben sie meist keinen narrativen Inhalt.

Eine Spielart der visuellen Halluzinationen ist der sogenannte Tetris-Effekt, der bei Personen auftritt, die vor dem Einschlafen über einen langen Zeitraum einer stereotypen Wahrnehmung oder Tätigkeit ausgesetzt waren, z.B. Computerspielen, Schachspielen, Fließbandtätigkeiten usw. Die Bilder im hypnagogen Zustand gestalten sich dann als visueller Nachhall der Tageswahrnehmungen. Personen, die lange Tetris gespielt haben, nehmen beispielsweise von oben fallende Muster war. Der Tetris-Effekt tritt aber nicht nur visuell auf, sondern kann sich auch in anderen Sinnesmodalitäten ausdrücken, z.B. im Fühlen von Wellenbewegungen beim Einschlafen nach einem Tag auf einem Boot.

3.2 Auditive Phänomene

Hypnagoge Halluzinationen haben oft auch auditive Komponenten. Die subjektiv wahrgenommenen Töne oder Geräusche können leise und undeutlich, aber auch laut und differenzierbar sein. Personen hören z.B. das Handy klingeln oder haben den Eindruck, das jemand ihren Namen ruft. Normalerweise bleiben die auditiven Halluzinationen sinnlose Fragmente, manchmal können sie aber auch ganze Sätze oder Melodien enthalten.

3.3 Andere Sinnesphänomene

Neben visuellen und auditiven Halluzinationen wird auch von subjektiven Geschmacks- und Geruchswahrnehmungen sowie taktilen Eindrücken oder Temperaturempfindungen berichtet. Manchmal haben die Halluzination auch den Charakter einer Synästhesie - akustische Wahrnehmungen während des Einschlafens werden dann in Lichtblitze oder Bilder übersetzt. Einer der häufigsten Halluzinationen betrifft den Gleichgewichtssinn: Man hat während der Einschlafphase das Gefühl, zu fallen und reagiert mit Einschlafzuckungen.

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