Hoover-Zeichen (Neurologie)
Englisch: Hoover sign
Definition
Das Hoover-Zeichen ist ein klinisches Untersuchungszeichen, das zur Unterscheidung einer funktionellen von einer organisch bedingten Beinparese dient.
Hintergrund
Physiologisch kommt es bei willkürlicher Flexion der Hüfte automatisch zu einer unbewussten Extension der kontralateralen Hüfte (gekreuzte Strecksynergie).
Durchführung
Der Patient liegt in Rückenlage. Der Untersucher legt eine Hand unter die Ferse des betroffenen Beins. Zunächst wird der Patient aufgefordert, die Ferse des betroffenen Beins aktiv nach unten in die Unterlage zu drücken, um die willkürliche Kraftentwicklung zu prüfen. Anschließend soll der Patient das gesunde Bein aktiv anheben (Hüftflexion). Dabei wird geprüft, ob es zu einer unwillkürlichen Streckbewegung (Druck nach unten) des betroffenen Beins kommt.
Optional kann ergänzend geprüft werden, ob beim Versuch, das betroffene Bein aktiv anzuheben, eine synergistische Extension des kontralateralen Beins auftritt.
Interpretation
Die Beurteilung basiert auf dem Vergleich von willkürlicher und unwillkürlicher Kraftentwicklung:
- funktionelle Parese: verminderte willkürliche Kraft beim aktiven Herunterdrücken des betroffenen Beins, aber erhaltener unwillkürlicher Druck bei Anheben des gesunden Beins
- organische Parese: sowohl die willkürliche Kraft als auch der unwillkürliche Druck sind vermindert oder fehlen