Herzfrequenzvariabilität
Synonyme: Herzratenvariabilität
Englisch: heart rate variability (HRV)
Definition
Die Herzfrequenzvariabilität, kurz HFV, beschreibt die physiologischen Schwankungen der Herzfrequenz, die durch Veränderung der Intervalle zwischen den einzelnen Herzschlägen zustande kommen.
Hintergrund
In Ruhe- bzw. Entspannungszuständen ist die Herzratenvariabilität durch stark ausgeprägte multifrequente Oszillationen charakterisiert. Meist dominiert die sogenannte respiratorische Sinusarrhythmie (RSA). Daneben findet sich um 0,1 Hz (6/min) ein relativ stabiler Rhythmus, der die Aktivität der Baroreflexschleife und somit Prozesse der Blutdruckregulation repräsentiert.
Die Herzratenvariablität ist eng mit der Aktivität des Nervus vagus assoziiert.
Klinische Bedeutung
Internisten und Neurologen nutzen die HRV-Messung seit Langem z.B. zur Diagnostik und Risikostratifikation der diabetischen Neuropathie oder bei Patienten nach durchgemachtem Herzinfarkt. Im Rahmen der Pränataldiagnostik können charakteristische Auffälligkeiten der fetalen HRV im Kardiotokogramm auf einen kritischen Zustand hinweisen.
Es ist gut vorstellbar, dass die HRV künftig zum Screening potentiell gefährdeter Personengruppen und allgemein für präventivmedizinische Belange einsetzbar ist.
Weblinks
- Herzratenvariabilität abgerufen am 2.08.2016
- Heart Rate Variability and Cardiac Vagal Tone in Psychophysiological Research (Frontiers in Psychology) abgerufen am 08.01.2026