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Ghon-Komplex

nach dem österreichischen Pathologen Anton Ghon (1866-1936)
Synonym: tuberkulöser Primärkomplex
Englisch: Ghon complex

1 Definition

Der Ghon-Komplex ist eine pathologische Veränderung, die im Rahmen einer Primärtuberkulose auftritt. Er setzt sich aus dem tuberkulösen Primärherd (Ghon-Fokus) im Lungengewebe und den befallenen Hiluslymphknoten zusammen.

2 Hintergrund

Mycobacterium tuberculosis gelingt aufgrund des hohen Lipid- und Wachsgehalts seiner Zellwand eine Immunevasion: Der Erreger wird zwar von Makrophagen phagozytiert, ist aber weitgehend resistent gegenüber ihren lytischen Enzymen. Dadurch kommt es zu einer chronischen granulomatösen Entzündung. Die Granulome sind vor allem subpleural in den kaudalen Abschnitten des Oberlappens sowie im kranialen Abschnitt des Unterlappens der Lunge lokalisiert.

Durch Verschleppung der mit Mykobakterien beladenden Makrophagen über die regionalen Lymphbahnen streut die granulomatöse Entzündung in die ipsilateralen Lymphknoten. Kommt es zu einem fibrotischen Umbau und einer Verkalkung der Herde, spricht man von einem Ranke-Komplex.

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Fachgebiete: Pathologie

Diese Seite wurde zuletzt am 3. April 2020 um 17:21 Uhr bearbeitet.

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